Menschen stehen vor brennenden Barrikaden | Bildquelle: dpa

G20-Krawalle Mehrere Tatverdächtige verhaftet

Stand: 27.06.2018 10:59 Uhr

Rund ein Jahr nach den schweren Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg hat die Polizei fünf Verdächtige im Raum Frankfurt festgenommen. Sie werden noch heute dem Haftrichter vorgeführt.

Im Zusammenhang mit den schweren Ausschreitungen auf der Hamburger Elbchaussee zu Beginn des G20-Gipfels in Hamburg hat die Polizei nun erstmals mehrere Tatverdächtige verhaftet. Bisher gab es nur Haftbefehle gegen ausländische Verdächtige, die bisher auch nicht vollstreckt werden konnten.

Nach Informationen des NDR wurden im Raum Frankfurt vier Tatverdächtige verhaftet, die an den schweren Ausschreitungen auf der Hamburger Elbchaussee am frühen Morgen des 7. Juli 2017 beteiligt gewesen sein sollen. Damals hatte ein schwarzer Block aus rund 220 Vermummten bei einer offenbar genau geplanten Aktion schwere Zerstörungen angerichtet.

Die zwei Erwachsenen und zwei Jugendlichen sollen heute noch in Hamburg einem Haftrichter vorgeführt werden. Einem weiteren Verhafteten wirft die Polizei vor, an anderen Ausschreitungen beim G20-Gipfel beteiligt gewesen zu sein.

Sonderkommission ermittelt

In Hamburg ermittelt eine Sonderkommission aus rund 150 Beamten und sucht in Deutschland und im benachbarten Ausland nach G20-Gewalttätern. Die Ermittlungen kamen bisher nur langsam voran, weil die Beamten nur wenige brauchbare Spuren hatten.

Im Dezember hatten die Ermittler eine erste Öffentlichkeitsfahndung nach 107 Tatverdächtigen gestartet. Insgesamt wurden dabei nach Angaben der Staatsanwaltschaft 35 Personen identifiziert. Gegen zwei der Verdächtigen sei Anklage erhoben und in einem Fall ein Strafbefehl beantragt worden.

Kritik an der Fahndungsmethode kam damals von Hamburgs Datenschutzbeauftragtem Johannes Caspar. Als massenhaft einzusetzende Standardmaßnahme für die Strafverfolgung sei die Öffentlichkeitsfahndung gerade im Internetzeitalter nicht angemessen, sagte er. Auch die Linke lehnt die Öffentlichkeitsfahndung ab.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Juni 2018 um 11:00 Uhr.

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