Ein Siegel der Polizei verschließt in Neuss in einem Haus die Tür der Wohnung eines 21-jährigen Terrorverdächtigen. | Bildquelle: dpa

Festnahme in Neuss Keine Hinweise auf baldigen Anschlag

Stand: 23.01.2017 12:13 Uhr

Der im rheinischen Neuss festgenommene Mann hatte zwar Kontakt zu einem Terrorverdächtigen in Österreich. Ein unmittelbar bevorstehender Anschlag war aber offenbar nicht geplant. Bei der Wohnungsdurchsuchung wurden keine Hinweise gefunden.

Nach der Festnahme eines 21-jährigen Terrorverdächtigen im rheinischen Neuss haben die Ermittler keine Hinweise auf einen baldigen Anschlag gefunden. "Die Wohnungsdurchsuchung hat nicht zum Auffinden von Beweismitteln geführt, die auf einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag schließen lassen können", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Bei der Polizeiaktion am Samstagabend seien auch keine Waffen oder Sprengstoff in der Wohnung des Mannes entdeckt worden.

Der 21-Jährige steht im Verdacht, einem in Wien gefassten 17-jährigen Terrorverdächtigen bei Vorbereitungen für einen Anschlag in Österreich geholfen zu haben. Die beiden Männer sollen in der Neusser Wohnung mit Mitteln zur Herstellung von Sprengstoff experimentiert haben. Am Sonntag wurde Haftbefehl gegen den 21-Jährigen erlassen. Die Ermittler in Nordrhein-Westfalen gehen davon aus, dass er den Wiener Terrorverdächtigen über Foren in den sozialen Medien kennengelernt hat.

Terrorverdächtiger in Neuss festgenommen
tagesschau 20:00 Uhr, 23.01.2017, Marion Kerstholt, WDR

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Angeblich keine Verbindung zum IS

Der Mann aus Neuss kam in Untersuchungshaft wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat. Bei seiner Vernehmung habe er nicht bestritten, eine islamistische Auffassung zu vertreten. "Er bestreitet aber, sich mit dem "Islamischen Staat" beschäftigt zu haben", sagte der Staatsanwalt weiter. Es gehe bei den Ermittlungen auch darum, den Hintergrund des Mannes auszuleuchten. Momentan werden sein Computer und Handy ausgewertet.

Am Freitag hatte die österreichische Polizei den 17-jährigen Niederösterreicher mit albanischen Wurzeln in Wien festgenommen. Er soll einen Terroranschlag in der Hauptstadt geplant haben, womöglich auf eine U-Bahn. Die Ermittler vermuten einen radikal-islamistischen Hintergrund. Ausländische Geheimdienste hatten die Behörden über einen drohenden Anschlag und den Wiener Verdächtigen informiert. Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" hatte der 17-Jährige offenbar auch Kontakt zu jenem zwölfjährigen Deutschen, der angeblich in Ludwigshafen einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt geplant haben soll.

Über dieses Thema berichtet die tagesschau am 23. Januar 2017 um 12:00 Uhr.

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