Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck  | Bildquelle: dpa

Grünen-Spitze Habeck will Grünen-Chef werden

Stand: 10.12.2017 15:10 Uhr

Die Entscheidung sei ihm "extrem schwer gefallen": Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck will Grünen-Chef werden und damit Cem Özdemir ablösen. Auch die brandenburgische Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock will an die Spitze der Partei.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck will Parteivorsitzender der Grünen werden und Parteichef Cem Özdemir ablösen. Er werde sich auf der Bundesdelegiertenkonferenz im Januar um dieses Amt bewerben, sagte Habeck der Tageszeitung "taz". Die Entscheidung sei ihm "extrem schwer gefallen", aber jetzt sei für ihn der "Moment gekommen, um zu sagen: Ich möchte gerne Bundesvorsitzender meiner Partei werden".

Habeck ist der Ansicht, dass sich in der Gesellschaft "Altbekanntes" auflöse, viele Menschen verunsichert seien und Halt suchten. "Ich sehe die große Chance, dass die Grünen eine bindende Kraft in der linken Mitte entfalten können." Als Minister in Schleswig-Holstein setze er im sechsten Jahr grüne Ideen um. Lösungen zu finden, die gesellschaftlich akzeptiert würden, erde ungemein und zwinge zu Demut und Respekt. "All das würde ich gern im Bundesvorstand einbringen: meinen Kampfesgeist und meinen Idealismus - und das mit beiden Füßen auf der Erde", sagte der 48-Jährige der Zeitung.

Habeck will Ministeramt aufgeben

Habeck kündigte an, sein Ministeramt in Schleswig-Holstein nach einer Übergangsfrist aufzugeben. Er müsse seine Nachfolge und die begonnenen Dinge verantwortungsvoll regeln. Auch müsse die Aufstellung der Landesgrünen in dem Jamaika-Bündnis in Kiel bedacht werden. So eine Übergangsphase müsse "Pi mal Daumen ein Jahr" lang sein, sagte Habeck. Minister zu sein und Politik im Konkreten zu gestalten sei das Beste, was er bisher gemacht habe. "Wenn ich als Parteichef gewählt werde, ist dieser Abschied ein schmerzvoller."

Habeck ist Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Schleswig-Holstein. Er wird seit Monaten als möglicher Parteivorsitzender der Grünen gehandelt. Noch-Parteichef Özdemir hatte angekündigt, für dieses Amt nicht mehr zu kandidieren und Ende November auch Habeck als möglichen Kandidaten für die neue Grünen-Spitze bezeichnet.

Brandenburger Abgeordnete Baerbock will auch kandidieren

Grünen-Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock | Bildquelle: dpa
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Auch die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock will Grünen-Chefin werden. Sie tritt gegen Simone Peter an.

Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock will ebenfalls Parteichefin werden. Wie Habeck gehört die 36-Jährige zum Realo-Flügel der Partei. Auch sie wolle sich Ende Januar beim Bundesparteitag zur Wahl stellen, sagte Baerbock, die Teil des Jamaika-Sondierungsteams der Grünen war, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Grünen wählen in sieben Wochen ihre Doppelspitze neu. Özdemirs Amtskollegin Simone Peter vom linken Flügel will nochmals antreten. Normalerweise teilen sich eine Frau und ein Mann den Vorsitz, die beide Flügel repräsentieren.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. Dezember 2017 um 15:00 Uhr.

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