Eine Greenpeace-Aktivisten lässt sich in der Elbe treiben und hält dabei ein Protestplakat hoch. | Bildquelle: dpa

Reaktionen auf G20 "Erde 1 - Trump 0"

Stand: 08.07.2017 19:27 Uhr

19 der G20-Staaten bleiben hart beim Thema Klimaschutz - das findet auch den Beifall von Nichtregierungsorganisationen. Die USA seien nun klimapolitisch isoliert. Deutliche Enttäuschung gibt es dagegen bezüglich der Afrika-Hilfe.

Klimaschutzorganisationen haben die Ergebnisse des G20-Gipfels begrüßt. Einhellig zeigten sie sich erleichtert, dass 19 der G20-Staaten unmissverständlich deutlich machten, dass sie am Pariser Klimaabkommen festhalten wollen.

Der Geschäftsführer von "Germanwatch", Christoph Bals, lobte, dass der Versuch von US-Präsident Donald Trump, das Abkommen zu unterminieren, von allen anderen Staaten zurückgewiesen worden sei. Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig sagte, Trump sei nun "klimapolitisch isoliert". Auch der Versuch der USA, den fossilen Energien eine Zukunft unter dem Pariser Vertrag zu sichern, werde sich letztlich als erfolglos herausstellen.

Trump konnte G20 nicht spalten

Christoph Schott von der Organisation "Avaaz" verwies auf Befürchtungen, die USA könnten versuchen, auch die Türkei und Saudi-Arabien zum Rückzug aus dem Vertrag zu bewegen. Trump sei es jedoch nicht gelungen, die G20 zu spalten. Das Ergebnis sei: Erde 1 - Trump 0.

Die Organisation "Brot für die Welt" bemängelte indes, dass die Formulierungen im Abschlusskommuniqué "vage" seien. Es stehe zu befürchten, dass fehlender Konsens die dringend notwendige Umsetzung des Pariser Abkommens bremsen werde.

Auch Sweelin Heuss von der Umweltschutzorganisation "Greenpeace" kritisierte die zu schwache Haltung der 19 Staaten, die sich für das Klimaabkommen einsetzen: Diese hätten gerade vor dem Hintergrund von Trumps Nein zu dem Vertrag mehr Engagement in der Klimafrage zeigen müssen.

Milliarden fehlen bei der Hungerhilfe

Deutlich kritischer fällt das Urteil zum Umgang der G20 mit dem Thema Afrika aus, einem der Schwerpunkte der deutschen G20-Präsidentschaft. Die "Welthungerhilfe" sprach von einem "mageren Ergebnis". Ihr Sprecher, Richard Haep, zeigte sich gegenüber tagesschau.de insbesondere darüber enttäuscht, dass die G20 keinen zusätzlichen Beitrag zur Hungerhilfe leisten werden.

Derzeit sind in Afrika mehr als 20 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Den Hilfsorganisationen fehlen 3,5 Milliarden Dollar. Lediglich die USA stellten in Hamburg 639 Millionen Dollar zur Verfügung - es ist aber nicht klar, ob das Geld zusätzlich aufgebracht wird oder aus einer Mittelumschichtung in den hierfür bereits vorgesehenen Etats stammt.

Ursachen für Hungersnöte kein Thema

Auch Oxfam verwies auf die immense Summe, die bei der Bekämpfung der aktuellen Hungersnöte in Teilen Afrikas und im Jemen fehlt. Die Organisation kritisierte, dass die Ursachen der Krise auf dem Gipfel nicht diskutiert worden seien. Der Akzent auf eine Förderung privater Investitionen sei naiv - von ihr würden möglicherweise nur die Investoren profitieren.

Nötig sei ein Frühwarnmechanismus, mit dem sich wiederkehrende Hungerkrisen rechtzeitig erkennen lassen, so Haep. Die Instrumente dafür seien vorhanden. Dieser Mechanismus müsse automatisch eine Finanzierung auslösen, damit man frühzeitig auf sich abzeichnende Hungersnöte reagieren und diese eindämmen können. Haep betonte, den G20 komme bei der Bekämpfung extremer Armut eine besondere Verantwortung zu.

Mit Informationen von Ralph Sina, ARD-Studio Brüssel

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Juli 2017 um 20:00 Uhr.

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