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Nach nur acht Monaten als Wirtschaftsminister wird Karl-Theodor zu Guttenberg im schwarz-gelben Kabinett Bundesverteidigungsminister. Außenpolitisch versiert dürfte sich der 37-Jährige auch in seinen neuen Job sehr schnell einarbeiten.
Von Torsten Mandalka, RBB, ARD-Hauptstadtstudio
"Wir sind bereit für neue Aufgaben - egal, wie sie aussehen", sagte Stephanie Gräfin von Bismarck-Schönhausen - die Gattin des Freiherrn zu Guttenberg - am Abend der Bundestagswahl. Nun ist sie also da, die neue Aufgabe: Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) wird als Verteidigungsminister der politisch Verantwortliche für fast 250.000 Soldaten, von denen rund 7000 im Auslandseinsatz in Afghanistan, im Kosovo, im Libanon oder am Horn von Afrika sind.
[Bildunterschrift: Bereit für neue Aufgaben: Der designierte Verteidigungsminister zu Guttenberg und Ehefrau Stephanie. ]
Ein Job, der auch schon mal kritisch werden kann. Wenn der 37-jährige Youngster der CSU etwa an Gedenkfeiern für gefallene Soldaten teilnehmen muss und mit dem Schmerz der Angehörigen konfrontiert wird. Immerhin - anders als sein Vorgänger Franz Josef Jung (CDU) - hat "KT", wie ihn seine Freunde nennen, Kommunikationstalent. Den richtigen Ton zu treffen dürfte ihm weit weniger schwer fallen. Und: Guttenberg hat seit langem schon einen intensiven Bezug zu internationalen Themen. Nicht nur, was die Sprachkenntnisse angeht.
Der souveräne Auftritt zieht sich durch die Biographie des Karl Theodor zu Guttenberg. Abitur in Rosenheim, Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Mittenwald, Jura- und Politikstudium mit Prädikatsexamen, den Doktor-Titel erwarb er "summa cum laude". Dann Geschäftsführer der familieneigenen Beteiligungsgesellschaft, bald auch politisch aktiv im Kreistag Kulmbach und seit 2002 im Bundestag.
Hier kümmerte er sich von Anfang an um die Außenpolitik. Für seine Partei arbeitete er maßgeblich am außen- und sicherheitspolitischen Grundsatzprogramm mit. In dem auch angedeutet ist, dass das Ziel, die Demokratie weltweit zu verbreiten, auch Grenzen hat: "Rechtsstaatlichkeit oder Menschenrechte oder aber auch das Eingehen auf kulturelle Identitäten vor Ort kann Vorrang vor einer wünschenswerten Demokratisierung haben", sagt zu Guttenberg.
[Bildunterschrift: Versteht was von Außenpolitik: Karl-Theoder zu Guttenberg. ]
Das könnte auch Guttenbergs Marschroute für Afghanistan werden. Neben der Wehrpflichtdebatte dürfte der Einsatz dort die größte Herausforderung des neuen Verteidigungsministers werden. Der im Übrigen auch Respekt erfährt vom politischen Gegner - sogar von Grünen-Chefin Claudia Roth: "Ich kenne ihn gut aus außenpolitischen Zusammenhängen. Er ist ein sehr zivilisierter, sehr wohlerzogener, sehr gebildeter Mann - er ist absolut untypisch für die CSU."
Letzteres wird Guttenberg anders sehen - eher so, dass er mit Pflichtethos und materieller wie politischer Unabhängigkeit neue Maßstäbe zu setzen versucht für die bayrische Regierungspartei.
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