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21.11.2009

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Inland
Deutsche Soldaten in Afghanistan
Afghanistan: "Krieg" für Guttenberg kein Tabu mehr
Einsatz in Afghanistan

"Krieg" für Guttenberg kein Tabu mehr

Der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat im Zusammenhang mit dem Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan von "Krieg" gesprochen und sich gegen beschönigende Bezeichnungen gewandt. "In Teilen Afghanistans gibt es fraglos kriegsähnliche Zustände", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Ich selbst verstehe jeden Soldaten, der sagt: 'In Afghanistan ist Krieg, egal, ob ich nun von ausländischen Streitkräften oder von Taliban-Terroristen angegriffen, verwundet oder getötet werde'", so der CSU-Politiker weiter.

"Der Einsatz in Afghanistan ist seit Jahren auch ein Kampfeinsatz", sagte Guttenberg weiter. "Wenigstens in der Empfindung nicht nur unserer Soldaten führen die Taliban einen Krieg gegen die Soldaten der internationalen Gemeinschaft."

Karl-Theodor zu Guttenberg (Foto: dpa) [Bildunterschrift: Spricht von "kriegsähnlichen Zuständen in Afghanistan": Verteidigungsminister zu Guttenberg ]

"Semantische Feinsinnigkeiten"

Zwar sei das Völkerrecht eindeutig und sage, dass Kriege nur zwischen Staaten stattfinden können. Er glaube aber nicht, dass ein Soldat Verständnis habe für "notwendige juristische, akademische oder semantische Feinsinnigkeiten". Für die "Bedrohung von heute" sei "manche herkömmliche Wortwahl" unpassend. Guttenbergs Vorgänger Franz Josef Jung hatte im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Einsatz das Wort "Krieg" stets vermieden.

Bundeswehrverband: Guttenberg fühlt "Puls der Truppe"

Der Bundeswehrverband reagierte umgehend positiv auf Guttenbergs Äußerung. Verbandschef Ulrich Kirsch sagte der "Mitteldeutschen Zeitung": "Wir sind dem Minister sehr dankbar, dass er die Dinge beim Namen nennt." Dadurch werde der Ernst der Lage deutlich. Der "Leipziger Volkszeitung" sagte Kirsch, Guttenberg zeige mit seiner Äußerung, "dass er den Puls der Truppe fühlt". Dazu gehöre die Erkenntnis, "dass die Soldatinnen und Soldaten, die in Kundus jeden Tag im Kampf stehen, dabei Tod und Verwundung erleben und selber töten müssen, diese Situation als Krieg empfinden".

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Stand: 03.11.2009 11:53 Uhr
 

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