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Nie zuvor waren so viele Menschen für ihren Lebensunterhalt auf finanzielle Hilfe des Staates angewiesen wie derzeit. Laut Statistischem Bundesamt gab es zum Jahresende 2008 insgesamt 768.000 Empfänger von Grundsicherung. Das ist ein Anstieg um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Grundsicherung ist eine Form der Sozialhilfe, die den grundlegenden Bedarf für den Lebensunterhalt im Alter und bei Erwerbsminderung sicherstellen soll.
Mehr als die Hälfte der Betroffenen ist älter als 65. Waren in den vergangenen Jahren meist überwiegend Frauen von Altersarmut betroffen, so sind es jetzt auch immer mehr Männer, die im Alter nicht genug Geld zum Leben haben. Ihre Zahl stieg im Vergleich zu 2007 um 6,1 Prozent. Zum Vergleich: Die Zahl armer Rentnerinnen stieg "nur" um 3,8 Prozent. Dennoch sind es noch immer mehrheitlich Frauen, nämlich 56 Prozent, deren Rente nicht ausreicht. Von Altersarmut betroffen sind derzeit 2,5 Prozent aller Rentner.
Die Zahl dürfte in den nächsten Jahren weiter steigen, weil immer weniger Menschen ihr ganzes Leben in Vollzeit arbeiten. Immer häufiger gibt es so genannte Brüche im Erwerbsleben - entweder durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit. Auch die Zahl von Teilzeit- oder Minijobs steigt. Dadurch sammelt man nicht mehr so hohe Rentenansprüche an, dass man im Alter davon leben kann.
Die Grundsicherung wird weiterhin häufiger in Westdeutschland in Anspruch genommen als im Osten. In den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin waren die Menschen am häufigsten auf die Sozialleistung angewiesen. Am seltensten waren es Bürger aus Sachsen oder Thüringen.
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