Habeck | Bildquelle: dpa

Spitzenkandidatur der Grünen Außenseiter Habeck im Angriffsmodus

Stand: 07.01.2017 20:56 Uhr

Ein letztes Mal haben sich die vier Anwärter auf die Spitzenkandidatur der Grünen der Parteibasis gestellt. Dass es dabei teils hitzig wurde, lag vor allem am Außenseiter: So griff Schleswig-Holsteins Vize-Ministerpräsident Habeck seine Konkurrenten direkt an.

Die vier Anwärter auf die Spitzenkandidatur der Grünen für die Bundestagswahl haben sich in Berlin ein letztes Mal der Parteibasis gestellt. Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt ist als einzige Kandidatin gesetzt. Um den Männerplatz konkurrieren Parteichef Cem Özdemir, Bundestags-Fraktionschef Anton Hofreiter und Schleswig-Holsteins Vize-Ministerpräsident Robert Habeck.

Habeck ist es auch, der die Diskussion bestimmt - und er malt dabei ein düsteres Bild vom Zustand der Partei. "Keiner will mehr mit uns koalieren, wir sind in den Umfragen im Sinkflug begriffen und je schlechter es wird, umso mehr reden wir darüber, welche Posten irgendwelche Leute bekommen", sagt Habeck. Er gilt in dem Rennen als Außenseiter, weil er bislang nicht zum Berliner Politikbetrieb gehört. Die Grünen seien behäbig geworden und reagierten nicht auf neue politische Entwicklungen, sagt er.

Urwahlforum der Grünen in Berlin
tagesthemen 23:30 Uhr, 07.01.2017, Oliver Köhr, ARD Berlin

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Angriff auf die Konkurrenten

Auch mit deutlicher Kritik an seinen Kollegen spart Habeck nicht. "Sie (die Partei) hat es nicht verdient, mit einer zerstrittenen Führung, mit einer schlechten Aufstellung in eine Wahl geführt zu werden." Die Grünen dürften sich bei der Wahl nicht auf ihre ohnehin sicheren Stammwähler beschränken. "Wir müssen größer denken." Die Flügelkämpfe zwischen Realos und Partei-Linken seien Gift für den Wahlkampf.

Hofreiter platzt während der Diskussion zwischenzeitlich der Kragen: "Was ich mir richtig wünschen würde, dass einfach die Zusammenarbeit besser klappen würde. Dass sich jeder Einzelne überlegen würde: Muss ich wirklich in jede Kamera jedes Zeug reinreden, bloß weil sie mir ein Mikrofon vor die Nase halten."

Göring-Eckardt bleibt dagegen weitgehend ruhig - sie hat die Kandidatur ja sicher. Die Fraktionschefin nutzte die Gelegenheit für einen Angriff auf die Union. "Dafür, dass es nicht genug Sicherheit gibt, ist die Union verantwortlich, und zwar ganz konkret", sagte sie. So habe Innenminister Thomas de Maizière kein Rücknahmeabkommen mit Tunesien verhandelt - dem Land, in das der Berliner Attentäter Anis Amri wegen fehlender Papiere nicht abgeschoben werden konnte. Jetzt zu fordern, Tunesien, Marokko und Algerien zu sicheren Herkunftsstaaten zu erklären, sei ein "billiges Ablenkungsmanöver", sagte Göring-Eckardt.

Ein Wahlzettel für die Urwahl der Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Bundestagswahl 2017 | Bildquelle: dpa
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Alle rund 60.000 Parteimitglieder dürfen abstimmen.

Abstimmung bis zum 13. Januar

Rund 60.800 Mitglieder dürfen bundesweit noch bis zum 13. Januar abstimmen, welche beiden Politiker die Grünen in den Wahlkampf führen. Knapp 30.000 Wahlzettel sind nach Angaben der Partei schon eingegangen. Die beiden Gewinner werden am 18. Januar bekannt gegeben. Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt ist als einzige Kandidatin gesetzt. Um den Männerplatz konkurrieren Parteichef Cem Özdemir, Bundestags-Fraktionschef Anton Hofreiter und Schleswig-Holsteins Vize-Ministerpräsident Robert Habeck.

Seit Oktober haben die vier Kandidaten sich auf bisher acht Urwahl-Foren den Fragen der Basis gestellt und diskutiert. Das Berliner Forum schließt die Tour ab. Es ist bereits das zweite Mal, dass die Grünen ihre Spitzenkandidaten per Urabstimmung festlegen. Vor vier Jahren setzten sich Jürgen Trittin und die damals als Außenseiterin geltende Göring-Eckardt durch.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Januar 2017 um 20:00 Uhr.

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