Eine Frau lässt sich gegen Grippe impfen

Grippewelle Impfstoff wirkt nur bedingt

Stand: 16.01.2018 09:20 Uhr

Fieber, Halsschmerzen, Husten: Der Januar ist Grippezeit. In diesem Jahr trifft es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts besonders viele, die sich eigentlich um Schutz gekümmert haben.

Die Grippewelle hat begonnen, doch der meist verwendete Dreifachimpfstoff wirkt offenbar nur bedingt gegen die Viren, die derzeit im Umlauf sind: "Mehr als die Hälfte der bisher nachgewiesenen Influenza-Fälle wurde durch Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie verursacht, die nicht in dem Dreierimpfstoff enthalten sind", sagte eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Anders der Vierfachimpfstoff: Dort gibt es laut Robert-Koch-Institut die Komponente, die gegen die zusätzliche Virusvariante schützt.

Die Schutzwirkung der Grippeimpfung sei grundsätzlich nicht so hoch wie bei anderen Impfungen, erklärte Marieke Degen vom Robert-Koch-Institut. "Eine Grippeimpfung hat bei älteren Menschen eine Wirksamkeit von 40 bis 60 Prozent. Es gibt auch Jahre, in denen die Schutzwirkung noch geringer ausfällt, weil die Zusammensetzung des Impfstoffs nicht gut zu den zirkulierenden Viren passt."

Medikamente und ein Fieberthermometer liegen auf einem Nachttisch | Bildquelle: dpa
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Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist eine Grippeschutzimpfung für Risikogruppen auch jetzt noch sinnvoll.

Impfung ist noch sinnvoll

Bislang übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nur die Kosten für den deutlich günstigeren Dreifachimpfstoff. Aber es gibt Ausnahmen: zum Beispiel, wenn der Arzt die Verschreibung des teureren Präparats begründet, weil der Patient schwer krank ist. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist eine Grippeschutzimpfung für Risikogruppen auch jetzt noch sinnvoll. Wegen der aktuellen Dominanz des B-Typs der Yamagata-Linie wäre es möglicherweise ratsam, Hochrisikopatienten bevorzugt mit dem Vierfachimpfstoff zu versorgen, heißt es.

Stärke der Grippewelle schwankt

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt eine Grippeschutzimpfung für Risikogruppen wie Ältere, chronisch Kranke und Schwangere. Schätzungen zufolge erkranken in Deutschland in jeder Saison zwischen zwei und zehn Millionen Menschen. Allerdings: Die Stärke der Grippewellen schwankt von Jahr zu Jahr erheblich. Und auch die Viren selbst sind extrem wandelbar.

Laut Degen beobachten Grippe-Experten weltweit aber sehr genau, welche Viren gerade unterwegs sind und ziehen Rückschlüsse für die Zusammensetzung des Impfstoffs für die kommende Saison. Selbst wenn die Wirksamkeit der Grippeimpfung am Ende nicht optimal sei, könne sie viele Erkrankungsfälle verhindern.

Über dieses Thema berichtete der NDR am 12. Dezember 2017 um 20:15 Uhr in der Sendung "Visite".

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