Medikamente und ein Fieberthermometer liegen auf einem Nachttisch | Bildquelle: dpa

Mehr als 40.000 Erkrankungen Starke Grippewelle in Deutschland

Stand: 09.02.2017 09:41 Uhr

Die Grippe sorgt mal wieder für volle Arztpraxen. Allein in der vergangenen Meldewoche sind dem Robert-Koch-Institut rund 14.000 bestätigte Fälle von Influenza und 32 größere Ausbrüche übermittelt worden. Betroffen sind vor allem Alte und Kinder.

Über Deutschland rollt die Grippewelle hinweg. Allein in der vergangenen Meldewoche seien rund 14.000 bestätigte Fälle von Influenza und 32 größere Ausbrüche übermittelt worden, sagte die Grippe-Expertin des Robert-Koch-Instituts, Silke Buda.

Beides sind bisherige Saison-Höchstwerte. Insgesamt ist damit die Gesamtzahl seit vergangenem Oktober auf 43.288 gestiegen. Allerdings werden längst nicht alle Erkrankten getestet. Ein Nachweis von Influenza wird aber gemeldet.

Mehr als 100 Todesfälle

Bislang gehen 126 Todesfälle auf das Konto der Erkrankung. Fast alle waren Patienten ab 60 Jahren. Häufiger als diese Altersgruppe erkranken derzeit nur Schulkinder an Grippe. Wie schon in der Saison 2014/15 kursiert aktuell vorrangig der Virustyp A (H3N2). Er macht insbesondere Älteren zu schaffen, die bei einer Infektion das höchste Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben.

Das liegt auch daran, dass die Ausbrüche vor allem Einrichtungen treffen, wo viele Menschen zusammenkommen und sich leicht gegenseitig anstecken können - neben Schulen auch Kindertagesstätten, Alten- und Pflegeheime, Seniorentagesstätten, Krankenhäuser und Reha-Kliniken.

Empfehlung für Grippe-Impfung in Altersheimen

Insbesondere international gibt es Stimmen, die eine Vorbeugung mit antiviralen Arzneimitteln bei Ausbrüchen in Altenheimen befürworten. Diese Medikamente könnten bei rechtzeitiger Einnahme eine Grippeerkrankung verhindern.

Treten bei Personen aus Risikogruppen bereits Symptome auf, empfiehlt das Robert-Koch-Institut einen möglichst frühen Start der Therapie. "Vorab ist es wichtig und gut, wenn Bewohner und das Personal geimpft sind", betont Buda. Im Falle eines Ausbruchs sei es dann wichtig, zum Beispiel größere Veranstaltungen auf engem Raum abzusagen und neben den Gesundheitsämtern auch Besucher zu informieren.

Buda empfiehlt, zum Beispiel mit gründlichem Händewaschen vorzusorgen. Erkrankte können bereits am Tag vor dem Auftreten der Symptome ansteckend sein - und dann circa eine Woche lang.

Grippewelle erreicht Deutschland
tagesschau 15:00 Uhr, 09.02.2017, Julia Hoffmann, BR

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 09. Februar 2017 um 08:37 Uhr.

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