Die Marktkirche von Hannover von innen während des Heiligabend-Gottesdienstes | Bildquelle: dpa

Gemeinden in Deutschland Predigen gegen Terror und Hass

Stand: 24.12.2016 19:18 Uhr

Bei ihren Gottesdiensten am Heiligen Abend sind viele Geistliche auf den Anschlag in Berlin eingegangen. Sie sprachen sich für ein friedliches Miteinander der verschiedenen Kulturen aus. Die Polizeipräsenz vor Kirchen wurde vielerorts erhöht.

Der Anschlag von Berlin bestimmt die Gedanken vieler. Auch am Heiligen Abend haben Geistliche beim Gottesdienst auf den Anschlag in Berlin Bezug genommen und die Menschen zum friedlichen Miteinander aufgerufen.

Sicherheitsbehörden reagierten mit erhöhter Polizeipräsenz vor Kirchen in vielen Städten. In Hannover, Frankfurt und anderen Großstädten erhielten die Beamten die Anweisung, das Geschehen rund um die Weihnachtsgottesdienste in den Blick zu nehmen. Am Kölner Dom sollten Polizisten an den Ein- und Ausgängen stehen.

Thomaner-Chor singt Weihnachtsmotette in Leipzig
tagesschau 00:30 Uhr, 25.12.2016

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Nicht alle Städte erhöhen Polizeipräsenz

Allerdings sind nicht in allen größeren Städten Kontrollfahrten speziell vor Kirchen angekündigt. So plante die Polizei nach eigenen Angaben in Hamburg und Sachsen neben den ohnehin üblichen Kontrollen keine zusätzlichen Einsätze.

Polizeiauto vor der Marktkirche in Hannover | Bildquelle: dpa
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Polizeiauto vor der Marktkirche in Hannover

Hannovers Landesbischof Ralf Meister begrüßte den Polizeischutz für Weihnachtsgottesdienste in Zeiten terroristischer Bedrohungen. "Ich finde es notwendig und richtig, dass große Ansammlungen von Menschen momentan besonders geschützt werden müssen", sagte der evangelische Theologe. "Die Gesellschaft hat verstanden, dass sie ihre Offenheit und Liberalität auch schützen muss."

"Größte Mutmachaktion der Weltgeschichte"

In vielen Gottesdiensten erinnerten Kirchenvertreter angesichts der jüngsten Schreckensmeldungen an die hoffnungsvolle Weihnachtsgeschichte. Weihnachten lade dazu ein, "sich nicht von der verbreiteten Nervosität und Gereiztheit anstecken zu lassen", sondern der tröstenden Geschichte von der Geburt Jesu und der Nähe Gottes zu vertrauen, erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm.

Kardinal Reinhard Marx warnte in seiner Weihnachtsbotschaft davor, sich von menschenverachtendem Terrorismus lähmen zu lassen. Dann hätten die "Mächte des Bösen" gewonnen, sagte der Erzbischof von München und Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz laut Redemanuskript bei der Christmette im Münchner Liebfrauendom: "Wir lassen nicht zu, dass unser Herz, unser Miteinander in unserer Gesellschaft vergiftet wird, zerstört wird durch Angst, Hass, Misstrauen und Unversöhnlichkeit." Gegen eine verbreitete Stimmung der Beunruhigung, der Sorge und der Angst sei das Weihnachtsfest ein "Mutmacher zum Leben", fügte der Kardinal hinzu. Die Geburt Jesu sei die "größte Mutmachaktion der Weltgeschichte".

Friedensbotschaft in den Alltag mitnehmen

Kirchenpräsident Volker Jung sagte im ARD-Fernsehgottesdienst, jetzt seien Botschaften gegen die Angst und für den Frieden gefragt. Jung stellte die Ankündigung der Engel "Fürchtet Euch nicht!" aus der Weihnachtsgeschichte ins Zentrum seiner Predigt. Es sei wichtig, diese Friedensbotschaft mit in den Alltag zu nehmen, "damit sie hineinleuchtet in die Dunkelheiten unseres Lebens und die dunklen Gegenden dieser Welt", sagte er.

Der Oldenburger Bischof Jan Janssen betonnte, dass Terroristen und Gewalttätern nicht die Hoheit über die Gedanken der Menschen überlassen werden dürfe. "Doch der Gewalt zu widerstehen, vor ihr nicht einzuknicken, beginnt schon mit einer beharrlichen, ja sturen Hoffnung", sagte der evangelische Geistliche in der Oldenburger St. Lamberti-Kirche.

"Flotten Parolen" entgegentreten

Der Mainzer Weihbischof Udo Markus Bentz forderte, alle Verantwortlichen müssten unterscheiden zwischen begründeten Ängsten der Bürger und skrupellosen Politstrategen. Gleichzeitig müssten Christen der Gewalt und auch "flotten Parolen" entschieden entgegentreten.

Margot Käßmann, Botschafterin des Reformationsjubiläums 2017, sandte im Interview der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" eine Mahnung an Fremdenfeinde und Nationalisten: "Wer meint, hier in Europa das Christentum verteidigen zu müssen und beispielsweise bei Pegida mitmarschiert, muss sich oftmals erst sagen lassen, was das Christentum überhaupt ausmacht."

Der Braunschweiger Landesbischof Christoph Meyns rief zum "friedlichen Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen" auf. "Wir sollten uns Botschaften verweigern, die Resignation verbreiten, Angst machen, Misstrauen säen oder sogar Hass predigen", sagte der evangelische Theologe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Dezember 2016 um 20:00 Uhr.

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