Hand auf einer Laptop-Tastatur | Bildquelle: dpa

BGH zu Erotikfoto-Streit Kein Urheberrecht für Thumbnails

Stand: 21.09.2017 16:51 Uhr

Fremde Fotos zu veröffentlichen, das verletzt das Urheberrecht. Laut einem BGH-Urteil jedoch nicht, wenn die Fotos nur als kleine Vorschaubilder - sogenannte Thumbnails - angezeigt werden.

Von Sarah Kesselring, ARD-Rechtsredaktion

Betreiber von Suchmaschinen müssen nicht prüfen, ob Fotos, die mit Hilfe der Suchmaschine gefunden wurden, rechtmäßig ins Internet eingestellt wurden. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden.

Offline nach Klage - das reicht

Die Begründung der Richter: Suchmaschinen sind sehr wichtig, damit das Internet überhaupt funktioniert. Nutzer finden mit ihrer Hilfe Informationen sehr viel schneller, und das sei unentbehrlich fürs Arbeiten im Netz. Für die Betreiber der Suchmaschinen sei es unmöglich, jedes einzelne Bild zu überprüfen, bevor sie es in ihre Datenbank aufnehmen. Ihre Arbeit würde sonst enorm behindert werden. Wenn sie aber vom Rechteinhaber darauf hingewiesen werden, dass Bilder rechtswidrig ins Internet gestellt wurden, müssen sie die Suche danach sperren.

AOL handelte laut Gericht richtig

Geklagt hatte der Inhaber einer Internetseite, die gegen Geld Erotikfotos anbietet. Solche kostenpflichtigen Fotos tauchten bei der Suchmaschine von AOL auf, weil Nutzer sie frei zugänglich ins Internet gestellt hatten. AOL hatte dabei mit der Bildersuche von Google gearbeitet. Nachdem sich der Inhaber der Seite beschwert hatte, wurden die Suchbegriffe gesperrt. Das war ausreichend, so der BGH.

Az.: I ZR 11/16

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio in den Nachrichten am 21. September 2017 um 21:00 Uhr.

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