Trecker sprüht Pflanzenschutzmittel gegen Unkraut | Bildquelle: dpa

Debatte im Bundestag Grüne wollen Glyphosat-Verbot

Stand: 19.06.2015 20:42 Uhr

Welche Gefahren birgt das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat? Mit dieser Frage hat sich der Bundestag beschäftigt. Die Grünen wollen das Herbizid verbieten, weil es möglicherweise krebserregend ist. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Von Marie von Mallinckrodt, BR, ARD-Hauptstadtstudio Berlin

Die Fraktion Bündnis90/Grüne will den Verkauf des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in Deutschland stoppen und ein Moratorium für die Zulassung aussprechen. Bis die Zulassung auf EU-Ebene erneut geprüft wurde. Die läuft Ende des Jahres aus.

Auf die Agenda kam das Thema, nachdem die Internationale Krebsforschungsagentur IARC Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft hatte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BFR) als verantwortliche Behörde in Deutschland sieht allerdings bislang keine Krebsrisiken. Das BFR werde die von der IARC vorgenommene Einstufung vermutlich ab August prüfen, wenn der gesamte Bericht vorliegt.

Stichwort: Glyphosat

Glyphosat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phosphonate. Es ist Hauptbestandteil verschiedener am Markt erhältlicher Unkrautvernichtungsmittel. Pflanzenschutzmittel, die Glyphosat enthalten, gehören zu den weltweit am häufigsten verwendeten Herbiziden. Pflanzen nehmen Glyphosat durch ihre Blätter und andere grüne Pflanzenteile auf. Glyphosat blockiert die Produktion bestimmter Aminosäuren, die wichtig für das Wachstum der Pflanzen sind. Während die Internationale Behörde für Krebsforschung (IARC), eine Unterorganisation der WHO, in einer neuen Bewertung zum Schluss kommt, das Glyphosat für den Menschen wahrscheinlich krebserzeugend ist, haben zuvor andere Studien keine Hinweise darauf gegeben.

Union gegen Verbot, SPD offen

Für die Union ist ein sofortiges Verbot ausgeschlossen. "Im Jahr 2014 haben alle zuständigen deutschen Bewertungsbehörden in einem Fachgespräch des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft die Unbedenklichkeit von Glyphosat bestätigt", sagt Hermann Färber (CDU). Sollten nun neue Informationen dazu vorliegen, würden diese sachgerecht geprüft, so Färber.

Die SPD will sich dafür einsetzen, dass glyphosathaltige Herbizide nicht mehr für die private Nutzung in den Baumärkten frei erhältlich sind. "Die massive Anwendung erfolgt nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in Haus- und Kleingärten sowie im kommunalen Bereich. Wir brauchen kein Glyphosat zur Pflege von öffentlichen Grünflächen und Spielplätzen," so die SPD-Abgeordnete Rita Hagl-Kehl.

Pflanzenschutzmittel Glyphosat kann möglicherweise Krebs verursachen
tagesschau 17:00 Uhr, 19.06.2015

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Experten sollen ihre Meinung sagen

Die Grünen-Fraktion argumentiert mit dem Vorsorge-Prinzip: "Die Politik muss zum Schutz der Bevölkerung endlich konkrete Maßnahmen ergreifen und darf nicht länger abwarten, sagt Harald Ebner.

Der Antrag der Grünen-Fraktion wurde zur Beratung überwiesen. Im September wird es zum Thema eine öffentliche Anhörung von Experten geben. Ein Antrag der Linkspartei zur Zulassungsbeschränkung von Glyphosat wurde bereits abgelehnt.

alt Marie von Mallinckrodt

Einschätzung der Korrespondentin Marie von Mallinckrodt

Matetee sei auch als vermutlich krebserregend eingestuft, hört man heute von der Union. War dies etwa eine kleine Spitze mithilfe des vermeintlichen Lieblingsgetränks der Grünen? Willkommen inmitten alter ideologischer Debattentöne im neuen Glyphosat-Gewand. Doch der Ton wird schnell sachlicher werden, wenn bei der Experten-Anhörung im September im Bundestag herauskäme, dass Glyphosat tatsächlich eine akute Gefahr für die Gesundheit darstellt.

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