Räumdienst in Berlin | Bildquelle: REUTERS

Winterwetter in Norddeutschland Vereiste Fahrbahnen, viele Unfälle

Stand: 06.01.2016 14:01 Uhr

Eine Autobahn, die zur Eisbahn wird, Schnee und zweistellige Minusgrade: Die Nordhälfte Deutschlands bibbert weiter unter der Kaltluft aus Osteuropa. Die A2 war zeitweise auf 50 Kilometern vereist, in Berlin krachte es am Morgen etwa 300 Mal.

Der strenge Frost hat die Nordhälfte Deutschlands weiter fest im Griff - und in der vergangenen Nacht erneut für Behinderungen gesorgt. Am schlimmsten betroffen war die Autobahn 2, die auf einer Länge von insgesamt 50 Kilometern komplett vereist war. Die erlaubte Geschwindigkeit auf dem Teilstück zwischen Helmstedt und Hämelerwald wurde zum Teil auf 60 km/h reduziert. Die Autofahrer dort passten ihre Fahrweise aber offenbar den Verhältnissen an. Unfälle gab es nach Angaben der Polizei nicht.

Allerdings starb am Dienstagabend ein 62 Jahre alter Autofahrer bei einem Glatteis-Unfall in Uelzen. Der Mann sei mit seinem Wagen bei Schneeglätte auf gerader Strecke ins Schleudern geraten, sagte eine Polizeisprecherin. Dann krachte er mit seinem Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn in einen Lastwagen mit Anhänger. Der Mann starb noch am Unfallort. Der Lkw-Fahrer erlitt einen Schock.

Unfälle und Sperrungen auch in Berlin und Brandenburg

Auch in Berlin und Brandenburg krachte es im morgendlichen Berufsverkehr häufig. Die Berliner Polizei verzeichnete bis zum Mittag 300 glimpflich verlaufende Unfälle mit leicht Verletzten. Nach ersten Erkenntnissen gab es einen schweren Unfall: In Charlottenburg wurde eine Fußgängerin an einem offenbar zugeschneiten Zebrastreifen von einem Pkw erfasst und schwer verletzt. Auf mehreren S-Bahn-Linien funktionierten zeitweise die Weichen nicht, es kam zu Verspätungen.

In Brandenburg musste die eisglatte A15 zeitweise gesperrt werden, als ein ein Lastwagen zwischen Forst und Roggosen gegen die Leitplanke krachte. Der Fahrer wurde verletzt. Auch auf dem südlichen Berliner Ring A10 und der A13 gab es Unfälle und lange Staus im Berufsverkehr. Wegen Straßenglätte wurde auf Teilabschnitten der A12 die Höchstgeschwindigkeit auf 40 km/h verringert.

Glatteiswarnungen für Niedersachsen und NRW

Seit Tagen trennt eine Luftmassengrenze von der Nordsee bis nach Thüringen Deutschland in eine kalte und eine milde Hälfte. Die kritische Lage wird nach den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes in einigen Regionen Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens anhalten. Aktuell warnt er vor Glatteis durch gefrierenden Regen in mehreren Landkreisen im Nordwesten, darunter im Emsland, Cloppenburg, Osnabrück und Gütersloh. Ab Freitag soll dann überall die warme Luft die Oberhand bekommen und die Kälte vertreiben.

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