Krankenversichertenkarten

GKV meldet Rekord So viele gesetzlich Versicherte wie noch nie

Stand: 29.12.2017 07:21 Uhr

Am 1. Dezember gab es im Gesundheitswesen einen neuen Rekord: Erstmals waren 72,7 Millionen Menschen gesetzlich versichert. Der GKV-Spitzenverband fordert von der Politik weitreichende Strukturreformen - und mehr Geld für Hartz-IV-Empfänger.

Die Zahl der gesetzlich Versicherten ist nach Angaben des Krankenkassen-Spitzenverbands zum 1. Dezember 2017 auf das Rekordhoch von 72,7 Millionen gestiegen. Das sagte Verbandschefin Doris Pfeiffer der "Rheinischen Post". Damit seien so viele Menschen wie noch nie in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Im Jahr 2016 seien zudem zum fünften Mal in Folge mehr Menschen von einer privaten Krankenversicherung in eine gesetzliche Krankenkassen gewechselt als umgekehrt, sagte Pfeiffer. Während 129.100 die gesetzliche Krankenversicherung in Richtung eines privaten Versicherungsunternehmens verlassen hätten, seien 130.200 den umgekehrten Weg gegangen. Im Juli hatte Pfeiffer mitgeteilt, dass rund 71 Millionen Menschen versichert seien. Von ihnen seien 55,5 Millionen zahlende Mitglieder, die übrigen beitragsfrei mitversicherte Angehörige. Das Geldpolster der gesetzlichen Krankenversicherung stieg in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres auf 24 Milliarden Euro.

Gesetzliche Krankenversicherungen: Mitgliederzuwachs und Finanzsorgen
tagesschau 20:00 Uhr, 29.12.2017, André Kartschall, ARD Berlin

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Pfeiffer fordert Strukturreformen

Pfeiffer forderte die Politik dazu auf, die gute Finanzlage zu dringenden Strukturreformen zu nutzen. Als Beispiel nannte sie das Nebeneinander von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern. Der Nachrichtenagentur dpa sagte sie, es sei Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, "dass Kliniken und niedergelassene Ärzte endlich Hand in Hand für die Versorgung der Patienten arbeiten, statt sich darum zu streiten, wer am meisten aus den Portemonnaies der Beitragszahler bekommt". Die Strukturen müssten sich nach den Patienten richten und nicht umgekehrt.

Zugleich bekräftigte Pfeiffer ihre Kritik daran, dass die gesetzlichen Krankenkassen viel zu wenig Geld vom Staat bekämen, um Hartz-IV-Empfänger medizinisch zu versorgen. Das Arbeitslosengeld II sei eine staatliche Sozialleistung, deshalb müsse der Staat ausreichend Geld dafür zur Verfügung stellen. Die Monatspauschale belaufe sich aber nur auf 97 Euro pro Person, während die Versorgungskosten deutlich höher lägen. Für ALG-II-Empfänger, die privat versichert sind, erhalten deren Versicherungsunternehmen bis zu 341 Euro pro Person.

"Es kann doch nicht sein, dass die solidarische gesetzliche Krankenversicherung, die über 90 Prozent der Bevölkerung versorgt, vom Staat schlechter behandelt wird als private Versicherungen", sagte Pfeiffer.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Dezember 2017 um 07:00 Uhr.

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