Ein Geschäft im Schanzenviertel: Die Scheiben sind eingeschlagen, das Innere wurde geplündert. | Bildquelle: dpa

Krawalle zum G20-Gipfel Merkel sichert Opfern Entschädigung zu

Stand: 08.07.2017 16:54 Uhr

Es sei keine Frage, ob geholfen wird, sondern nur noch eine Frage, wie geholfen werden kann - mit diesen Worten sicherte Kanzlerin Merkel den Betroffenen der Krawalle rund um den G20-Gipfel schnelle Hilfe zu. Die SPD sprach von einer "nationalen Aufgabe".

Brennende Autos, eingeschlagene Scheiben, geplünderte Geschäfte - Betroffene sprechen von "kriegsähnlichen Zuständen", die während der schweren Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel in Hamburg herrschen. Nun hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Opfern der Krawalle eine Entschädigung zugesagt.

Sie habe bereits mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gesprochen. Es solle geprüft werden, wie Opfern "von Gewalt bei der Beseitigung der entstandenen Schäden helfen können", sagte Merkel in ihrer Abschlusserklärung. Die Beratungen sollten schnell in Angriff genommen werden - und Merkel betonte ein zweites Mal, dass es sich nicht um die Frage drehe, ob geholfen werden kann, sondern um das Wie. Sie verurteilte die "entfesselte Gewalt und die ungehemmte Brutalität", die bei den Krawallen zutage trat. Das habe nichts mit politischer Kritik zu tun.

Schulz: Hilfe ist "nationale Aufgabe"

Bereits vor Merkels Erklärung hatte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz "schnelle Hilfe" für die Geschädigten der "sinnlosen, widerwärtigen Gewalt" gefordert. Dies sei eine nationale Aufgabe. Die Bilder aus der Hansestadt nannte Schulz "erschütternd". Die Gewalt habe eine völlig neue Dimension erreicht, aus ganz Europa seien "organisierte Gewalttäter" angereist. "Wir haben es hier mit Mordbrennern zu tun - mit Gewalttätern, die Mordversuche vorbereiteten und brandschatzend durch die Straßen zogen", sagte Schulz weiter. Darum müsse die Politik jetzt zusammenstehen, es sei nicht die Zeit für "parteipolitische Spielchen."

Martin Schulz @MartinSchulz
Die Bilder aus Hamburg sind erschütternd. Randale hat mit Politik nichts zu tun. Die Gewalttäter müssen zur Verantwortung gezogen werden.

Forderung nach Soforthilfefonds

Auch andere Stimmen aus der SPD machten sich für eine zügige Hilfe für die Opfer der Ausschreitungen. SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka etwa brachte einen Soforthilfefonds ins Spiel. Die Geschädigten "können nicht warten, bis die Angreifer irgendwann einmal identifiziert und zu Schadenersatz verurteilt wurden".

Ebenso forderte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann "schnell unkomplizierte Entschädigungsmöglichkeiten" für die "von Plünderungen und Brandstiftungen" Geschädigten zu schaffen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. Juli 2017 um 17:00 Uhr.

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