Polizei | Bildquelle: dpa

Terrorverdacht entkräftet Entwarnung in Gießen

Stand: 26.03.2016 17:33 Uhr

Der 28-jährige Marokkaner, der am Donnerstag am Bahnhof in Gießen festgenommen wurde, hatte laut RBB und SWR offenbar doch keine Verbindung zu den Attentätern von Brüssel. Zwei Kurznachrichten in seinem Handy hatten Verdacht erregt.

Von Michael Götschenberg, ARD-Hauptstadtstudio

Der 28-jährige Marokkaner, der am Donnerstag am Gießener Bahnhof festgenommen wurde, hatte nach Informationen von RBB und SWR offenbar doch keine Verbindung zu den Attentätern von Brüssel. Zwei Kurznachrichten in seinem Handy hatten den Verdacht erregt, er habe in Verbindung zu den Attentätern oder ihrem Umfeld gestanden.

Offenbar eine Verwechslung

In Sicherheitskreisen heißt es nun, Ermittlungen der belgischen Behörden hätten ergeben, dass es sich um eine Verwechslung handele: Der Mann habe einen Bekannten, dessen Name fast identisch sei mit dem des Selbstmordattentäters in der Brüsseler U-Bahn, Khalid El Bakraoui. Dieser Name stand in einer SMS im Handy des 28-jährigen Marokkaners, die im Vorfeld der Anschläge in Brüssel gesendet worden war.

In einer weiteren SMS, die er wenige Minuten vor der Explosion in der Brüsseler U-Bahn empfangen hatte, hatten die Ermittler lediglich das Wort "FIN" gefunden und deshalb vermutet, es könne sich um eine Abschieds-SMS des Attentäters handeln.

In Sicherheitskreisen heißt es dazu, man gehe nun davon aus, gemeint sei das Wort "Wo", transkribiert aus dem Arabischen. Eine Sprecherin des Generalbundesanwalts erklärte auf Nachfrage, man stehe in engem Informationsaustausch mit den belgischen Behörden und habe bislang keinerlei belastbaren Anhaltspunkt für einen Zusammenhang mit den Anschlägen in Belgien.

Entwarnung in Düsseldorf

Entwarnung auch in Düsseldorf: Ein am Donnerstag festgenommener Mann steht nach Angaben der Bundesanwaltschaft nicht in Verbindung mit den Terroranschlägen in Brüssel. Es gebe keinerlei belastbare Hinweise darauf, dass der Mann etwas mit den Anschlägen zu tun hätten, sagte eine Sprecherin. Der "Spiegel" hatte von der Festnahme des Mannes berichtet, der ebenso wie der Brüsseler U-Bahn-Attentäter Khalid El Bakraoui im Sommer 2015 von den türkischen Behörden im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien aufgegriffen worden sei. Die türkischen Behörden hätten beide verdächtigt, sich auf der Seite der Islamisten am syrischen Bürgerkrieg beteiligt zu haben oder noch beteiligen zu wollen. Beide seien daraufhin nach Amsterdam abgeschoben worden, dem Ausgangspunkt ihrer Reise.

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