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Unwetter in mehrerern Bundesländern
Heftige Gewitter verursachen Sachschäden
Schwere Sommergewitter haben weite Teile Deutschlands überzogen und zahlreiche Sachschäden verursacht. An der Dortmunder Universität stürzten Teile einer Zwischendecke ein. In Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Bayern stürzten Bäume um, im Süden Brandenburgs liefen Keller voll. Teilweise war der Auto- und Bahn- und Flugverkehr behindert.
Unwetter richten im Süden und Westen schwere Schäden an
tagesschau 12:00 Uhr, 06.07.2012
Besonders heftig wütete das Unwetter über den Landkreisen Elbe-Elster und Oberspreewald Lausitz. In der Leitstelle der Feuerwehr in Cottbus gingen fast im Sekundentakt die Notrufe ein. Glimpflich davon kam Berlin. Es habe lediglich 30 wetterbedingte Einsätze gegeben, sagte ein Feuerwehrsprecher. Davon sei es in 25 Fällen um Wasserschäden gegangen. Auf dem Gendarmenmarkt wurde ein Open-Air-Konzert abgesagt.
Behinderungen im Zugverkehr
In Dortmund blieb ein 67 Jahre alter Mann mit seinem Auto in einer mehr als ein Meter hoch überfluteten Unterführung stecken. Er wurde von drei Jugendlichen gerettet, wie die Polizei mitteilte. An der Universität stürzten Teile einer Zwischendecke ein. Dabei sei niemand verletzt worden, sagte Feuerwehrsprecher Boris Thiemrodt. Die Feuerwehr habe Studenten gebeten, das Gebäude zu verlassen, den Strom abgestellt und Wasser aus dem Keller abgepumpt.
Flugpassagiere saßen fest
Ein durch Blitzschlag umgestürzter Baum sorgte im Zugverkehr zwischen Essen und Bochum für Behinderungen. Züge wurden teils über Gelsenkirchen umgeleitet, es gab Verspätungen. Am Dortmunder Flughafen zwang das Unwetter zwei Maschinen zu Warteschleifen. Die Piloten hätten sich entschieden, das Gewitter über der Stadt abzuwarten, sagte Flughafensprecher Marc Schulte. Auch am Flughafen Frankfurt fielen nach Polizeiangaben 27 Flüge aus, 28 Maschinen wurden zu anderen Flughafen umgeleitet. 3000 Passagiere wurden von ihren Airlines größtenteils in Hotels untergebracht, etwa 300 hätten am Flughafen übernachtet.
Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller
In Oberbayern, der Oberpfalz und in Unterfranken wurden erhebliche Schäden angerichtet. Straßen wurden überflutet, Keller liefen voll. Nach einer vorläufigen Bilanz der Polizei mussten zwei Menschen mit Unterkühlungen ambulant behandelt werden. Bei einem Verkehrsunfall wegen Aquaplanings verletzte sich eine Frau. In München kam es aufgrund des Unwetters zu Verzögerungen bei der S-Bahn.
Heftige Gewitter zogen auch über Thüringen hinweg. In Teilen Ostthüringens stürzten Bäume um, liefen Keller voll und wurden Straßen überschwemmt, wie die Polizei mitteilte. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, die Schäden zu beseitigen. Im Raum Rudolstadt fiel zeitweise der Strom aus. Etwa 10.000 Euro Schaden entstanden in Mügeln im Norden Sachsen, als mehrere Bäume auf Autos stürzten. Niemand sei verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.
30 Liter Regen innerhalb einer Stunde
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes kamen in Leipzig innerhalb von nur einer Stunde teils mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. Auch in den nächsten Tagen soll sich die Serie der Sommergewitter fortsetzen. Ein neues Frontensystem ist aus Frankreich im Anmarsch. "Da könnte wieder einiges volllaufen", sagte Karl-Heinz Nottrodt vom Wetterdienst Essen. Die Luft kühle sich vorerst kaum ab. "Deshalb kann es jederzeit wieder losgehen."
Stand: 06.07.2012 11:35 Uhr
