Polizisten stehen am Bahnhof in Herborn in Hessen | Bildquelle: dpa

Tod eines Polizisten in Hessen Sieben Messerstiche - Polizei beklagt mehr Gewalt

Stand: 25.12.2015 17:49 Uhr

Sieben Mal hat der mutmaßliche Täter auf den Polizisten an einem Bahnhof in Hessen eingestochen. Das ergab der Obduktionsbericht. Gegen den Verdächtigen erging Haftbefehl wegen Mordes. Die Deutsche Polizeigewerkschaft beklagte eine zunehmende Gewalt gegen die Beamten.

Der am Bahnhof im hessischen Herborn getötete Polizist hat sieben Stichverletzungen erlitten. Davon sei eine im Hals-Schulter-Bereich des 46-Jährigen tödlich gewesen, sagte Staatsanwalt Dominik Mies von der Wetzlarer Außenstelle der Limburger Staatsanwaltschaft. Dies gehe aus dem Obduktionsbericht hervor. Mehrere Medien berichteten unter Berufung auf Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft, der getötete Polizist habe offensichtlich noch seine Waffe ziehen können und den Angreifer damit angeschossen.

Bei dem Angriff eines 27-Jährigen während einer Routinekontrolle am Morgen des Heiligabends in einem Regionalzug wurde ein weiterer Beamter schwer verletzt. Er ist außer Lebensgefahr.

Gegen den mutmaßlichen Täter erging Haftbefehl wegen Mordes, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. Er hatte ebenfalls schwere Verletzungen erlitten. Er stand nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen Gewaltdelikten unter Bewährung und hatte zum Zeitpunkt der Tat 1,5 Promille Alkohol im Blut.

Attacken auf Polizisten bei der Arbeit

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) beklagte generell zunehmende Gewalt gegen staatliche Repräsentanten. Immer wieder seien Polizisten bei ihrer täglichen Arbeit gewaltsamen Attacken ausgesetzt, sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt. Selbst einfache Personenkontrollen würden dann urplötzlich in Gewaltausbrüchen münden, vor denen sich die Beamten kaum schützen könnten. Wendt äußerte die Befürchtung, dass diese Entwicklung auch Konsequenzen für das Einsatzverhalten der Beamten notwendig machen könnte: "Die Beamten werden misstrauischer, vorsichtiger und das könnte das Bild der Polizei verändern, weil Bürgernähe verloren geht."

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