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Nach Problemen mit giftiger Kabinenluft

Lufthansa entwickelt Warngerät

Nach dem Beinahe-Absturz eines Germanwings-Airbus vor zwei Jahren lässt der Mutterkonzern Lufthansa ein Analysegerät zur Messung möglicher Schadstoffe in der Kabine entwickeln. Damit sei ein Fraunhofer-Institut beauftragt worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht des "Spiegel".

Ein Pilot kontrolliert das Triebwerk seines Airbus auf Beschädigungen: Öl im Triebwerk war vermutlich die Ursache des Germanwings-Vorfalls.
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Ein Pilot kontrolliert das Triebwerk seines Airbus auf Schäden: Austretendes Öl könnte in die Kabinenluft gelangen.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass ein Airbus A319 der Lufthansa-Tochter Germanwings mit rund 150 Passagieren bei der Landung in Köln im Dezember 2010 nur knapp einer Katastrophe entgangen war. Beide Piloten hatten möglicherweise kontaminierte Kabinenluft eingeatmet und hatten Vergiftungserscheinungen gezeigt. Sie verloren beinahe das Bewusstsein. Nur mit Mühe konnten Sie das Flugzeug sicher landen.

Der Vorfall geht laut "Spiegel" vermutlich auf giftige Öldämpfe zurück. Demnach habe ein Lufthansa-Mediziner festgestellt, dass es sich dabei "vermutlich um Rauchgas und TCP-Inhalation" gehandelt haben müsse. TCP sei ein Schmiermittelzusatz im Triebwerköl, der wie ein Nervengift wirken kann. Beim Einatmen könne es zum Verlust des Bewusstseins kommen.

Geruchsvorfälle auch beim A380

Zuvor hatte Lufthansa Probleme mit kontaminierter Kabinenluft auch in dem Riesenflieger A380 eingeräumt. Mehrmals musste die Fluggesellschaft Triebwerke wechseln, weil es zu Geruchsvorfällen in Cockpit oder Kabine gekommen war, sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty der "Welt am Sonntag".

"Speziell auf den Airbus A380 bezogen befassen wir uns seit mehr als einem Jahr damit." So habe beispielsweise der Motorenhersteller Rolls-Royce auf Lufthansa-Initiative für das Triebwerk eine Modifikation entwickelt, die bereits bei einer ganzen Reihe von Triebwerken eingebaut worden sei. Spezielle Bleche sollen verhindern, dass austretendes Öl über Ansaugstutzen in die Kabinenluft gelangt.

Offenbar schwerer Zwischenfall im Jahr 2010 bei Germanwings
tagesschau 12:00 Uhr, Antraud Cordes-Strehle, WDR

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Germanwings weist Vorwürfe zurück

Germanwings wies Vorwürfe der Pilotenvereinigung Cockpit zurück, sie habe den Zwischenfall verharmlost. "Das stimmt definitiv nicht", sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft dem Magazin "Focus". Noch am Abend des Vorfalls seien die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) und das Luftfahrtbundesamt umfassend informiert worden.

Abgesehen von den Piloten, die vorübergehend ins Krankenhaus mussten, kam bei dem Germanwingsflug im Dezember 2010 niemand zu Schaden. Bei einem ähnlichen Vorfall musste 2008 eine Maschine kurz nach dem Start in Dublin umkehren, weil der Crew übel geworden war.

Stand: 07.04.2013 15:01 Uhr

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