Gedenktafel von Germanwings zum Flugzeugunglück 4U9525

Germanwings-Absturz Staatsanwaltschaft beendet Ermittlungen

Stand: 09.01.2017 16:14 Uhr

Die Schuld lag nur beim Co-Piloten: Nach fast zwei Jahren hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen des Germanwings-Absturzes in den französischen Alpen eingestellt. Nichts weise auf ein Fremdverschulden hin.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat ihren Ermittlungen zum Absturz einer Germanwings-Maschine im März 2015 eingestellt. "Die Ermittlungen haben keinen Anlass gegeben, strafrechtlich gegen eine lebende Person zu ermitteln", sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa der Deutschen Presse-Agentur.

Keiner der behandelnden Ärzte habe in den Monaten vor dem Absturz Anhaltspunkte für eine Suizidgefahr bei Lubitz festgestellt. Auch der Arbeitgeber und die Angehörigen hätten davon keine Kenntnis gehabt. Es gebe einen entsprechenden Abschlussvermerk.

Nach WDR-Informationen hatte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf zuvor eine Reihe von Beweisanträgen zurückgewiesen, die die Anwälte von mehr als 50 Opferfamilien gestellt hatten.

Der Berliner Opferanwalt Elmar Giemulla zeigte sich mit der Entscheidung unzufrieden: Wenn ein psychisch kranker Pilot in einem Cockpit sitze, "muss etwas falsch gelaufen sein, und das muss aufgeklärt werden", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Die Angehörigen erwarteten Klarheit.

Keine Überlebenden bei Absturz

Das Germanwings-Flugzeug von Barcelona nach Düsseldorf war am 24. März 2015 von dem schwer depressiven Co-Piloten in den französischen Alpen absichtlich in eine Bergwand gesteuert worden. Alle 150 Menschen an Bord starben.

In Frankreich laufen einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge noch Ermittlungen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Januar 2017 um 14:00 Uhr.

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