Bergungskräfte bei den Trümmern des Flugzeugs  | Bildquelle: dpa

Germanwings-Katastrophe Gedenken und ein Vorstoß der Piloten

Stand: 24.03.2017 08:28 Uhr

Vor zwei Jahren brachte Kopilot Lubitz eine Germanwings-Maschine mit 150 Menschen an Bord zum Absturz. Heute wird an mehreren Orten der Opfer gedacht. Seit dem Unglück gelten schärfe Sicherheitsregeln. Die würde die Piloten-Gewerkschaft Cockpit gerne abschaffen.

Am zweiten Jahrestag des Germanwings-Absturzes wird heute im südfranzösischen Le Vernet und im westfälischen Haltern am See an die Opfer erinnert. In Frankreich wird rund 500 Angehörigen ein "Gedenkelement" vorgestellt, das ab dem Sommer an der Unglücksstelle an die Toten erinnern soll. Bei der Lufthansa gibt es eine konzernweite Schweigeminute um 10.41 Uhr, dem Zeitpunkt des Absturzes.

In Haltern am See finden vormittags eine Gedenkfeier im Joseph-König-Gymnasium und abends ein Gottesdienst statt. Unter den Toten waren 16 Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrerinnen aus Haltern.

Cockpit fordert Rücknahme von Zwei-Personen-Regel

Die Pilotengewerkschaft Cockpit hat die Rücknahme der sogenannten Zwei-Personen-Regel gefordert. Sie war als Folge des Unglücks eingeführt worden. Sie besagt, dass immer zwei Personen zur gleichen Zeit im Cockpit sein müssen.

Im MDR kritisierte Gewerkschaftssprecher Markus Wahl die Novelle. Einerseits sei Fliegen zwar etwas sicherer geworden, weil es immer eine Zweierbesetzung geben müsse, andererseits werde nun aber beim Personaltausch die Cockpittür viel häufiger und zudem mit Ankündigung geöffnet. Er würde sich angesichts häufig geöffneter Türen "dafür entscheiden, dass diese Maßnahme abgeschafft wird - einfach, um die gesamte Sicherheit zu erhöhen", sagte Wahl.

Vater stellt Gutachten vor

Am 24. März 2015 war ein Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. Alle 150 Insassen starben. Nach Erkenntnis der Ermittler brachte der depressive Kopilot die Maschine absichtlich zum Absturz.

Der Vater des Piloten Lubitz will heute ein Gutachten vorstellen, das seinen Sohn entlasten soll.

Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 24. März 2017 um 09:00 Uhr.

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