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10.02.2012

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Die gentechnisch veränderte Kartoffel "Amflora" (Foto: dpa)
Aigner erlaubt Versuchsanbau von "Amflora"
Aigner erlaubt Versuchsanbau von "Amflora"

Grünes Licht für die Genkartoffel - versuchsweise

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat den Versuchsanbau der umstrittenen Gen-Kartoffel "Amflora" erlaubt. Von der Kartoffel gingen "keine Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt" aus, sagte eine Sprecherin des Ministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Zu dieser Überzeugung sei Aigner nach "eingehender Prüfung" und Gesprächen mit Wirtschaft und Wissenschaft gekommen. Sie bestätigte damit einen Bericht des "Tagesspiegels".

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Genmais verboten, Genkartoffel erlaubt: Agrarministerin Aigner. ]
Vorausgegangen waren nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters Gespräche der CSU-Politikerin mit dem Unternehmen BASF, das die gentechnisch veränderte Stärkekartoffel entwickelt hat. Dabei habe der Konzern zugesagt, sich bei der Freisetzung an bestimmte Auflagen zu halten. So solle die Kartoffel nicht wie ursprünglich geplant auf 40 Hektar, sondern lediglich auf 20 Hektar ausgesät werden. Auch solle es bei einem Versuchsanbau in Mecklenburg-Vorpommern bleiben. Dabei müsse zudem gewährleistet sein, dass die Kartoffel nur für Forschungszwecke verwendet wird. Schutzzäune sollen dafür sorgen, dass die Kartoffel nicht in die Lebensmittel- und Futterkette gelangt.

Nicht alle Parteifreunde mit Entscheidung zufrieden

Aigner hatte in den vergangenen Tagen betont, sie sehe vor einer Entscheidung zu "Amflora" noch Beratungsbedarf. Der Schutz von Mensch und Umwelt müsse an vorderster Stelle stehen. Ihr Parteifreund, der bayerische Umweltminister Markus Söder, hatte hingegen einen grundsätzlichen Stopp für genveränderte Pflanzen gefordert. "Ich bin sehr enttäuscht", sagte er nach der Entscheidung der Ministerin. Der CSU-Forschungspolitiker Stefan Müller sprach hingegen von einer Entscheidung für den "Forschungsstandort Deutschland": "Die grüne Gentechnik könnte eine Zukunftstechnologie sein."

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer wies erneut Presseberichte zurück, denen zufolge er Aigner zu einem Verbot der umstrittenen Genkartoffelsorte Amflora gedrängt haben soll. Seehofer sagte, er habe keinen Druck ausgeübt. Außerdem sei er in der Gentechnik-Debatte schon immer für die Forschung gewesen.

"Amflora" bisher ohne Zulassung

Für "Amflora" liegt bisher noch keine EU-Zulassung vor. BASF hat die EU-Kommission im vergangenen Jahr verklagt, weil Brüssel seiner Meinung nach die Zulassung der Kartoffel verzögerte. Das Zulassungsverfahren für "Amflora" läuft seit 1996. Nach Angaben des Bundesagrarministeriums in Berlin wurde Amflora in Deutschland im vergangenen Jahr auf mehr als 100 Hektar zu Forschungszwecken angebaut. Die Genehmigung dafür war aber abgelaufen. Die Genkartoffel hat einen höheren Stärkegehalt als andere Kartoffeln, ist nicht zum Verzehr geeignet und kann etwa in der Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie eingesetzt werden.

Streit um "grüne Gentechnik"

Ein reifer Kolben des umstrittenen genmanipulierten Mais MON 810 des US-Konzerns Monsanto. (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Genmais-Entscheidung Aigners hatte eine Diskussion in der Union über die "grüne Gentechnik" ausgelöst. ]
Vor zwei Wochen hatte Aigner die Aussaat des Genmais' MON 810 von Monsanto verboten. Sie hatte dies mit neueren Studien begründet, die auf Gefahren für Pflanzen und Tiere hinwiesen. Damit hatte die Ministerin in der Union eine heftige Debatte über die Zukunft der "grünen Gentechnik" ausgelöst. Vor allem Bundesforschungsministerin Annette Schavan macht Front gegen das Verbot. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte vor wenigen Tagen vor zu starken Vorbehalten gegen die grüne Gentechnik gewarnt. Zudem hatte die CDU-Vorsitzende auf die finanziellen Folgen für das Unternehmen verwiesen, wenn die beantragten Freilandversuche abgelehnt würden.

Stand: 27.04.2009 16:43 Uhr
 

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