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Im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt hat die zentrale Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt stattgefunden. In ihrer Rede bat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Familien der Opfer um Verzeihung und versprach vollständige Aufklärung.
Merkel entschuldigte sich für falsche Verdächtigungen durch die Ermittlungsbehörden. Viele Angehörige seien über Jahre hinweg selbst im Visier der Sicherheitsbehörden gewesen. "Diese Jahre müssen für sie ein Albtraum gewesen seien", sagte sie weiter. "Das ist besonders beklemmend, dafür bitte ich Sie um Verzeihung." Die Morde "sind eine Schande für unser Land", sagte sie weiter.
Die Gedenkveranstaltung wurde von Regierung, Bundestag, Bundesrat und Verfassungsgericht ausgerichtet. Die Verfassungsorgane wollten damit ein Zeichen des Zusammenhalts und Einstehens gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit und Gewalt setzen. 1200 Gäste waren geladen.
Außerdem sprachen bei der Veranstaltung auch Angehörige von Opfern. Sie schilderten, was die Verdächtigungen für die Familien bedeutet hätten. "Elf Jahre durften wir nicht einmal reinen Gewissens Opfer sein", sagte Semiya Simsek. Auf ihren Vater war am 9. September 2000 geschossen worden. Der Blumenhändler starb später im Krankenhaus.
[Bildunterschrift: Semiya Simsek (r.) und Gamze Kubasik sprechen bei der Gedenkveranstaltung. ]
Simsek sagte, es könne keine dauerhafte Lösung sein, Deutschland zu verlassen. "In meinem Land muss sich jeder frei entfalten können", unabhängig von Nationalität, Religion, Hautfarbe oder Geschlecht. Gamze Kubasik, deren Vater am 4. April 2006 in seinem Kiosk in Dortmund erschossen wurde, sprach von der Hoffnung "auf eine Zukunft, die von mehr Zusammenhalt geprägt ist". Dies solle eine Kerze symbolisieren, die beide junge Frauen zum Abschluss der Veranstaltung unter Beifall aus dem Saal trugen.
Im ganzen Land wurden mit Schweigeminuten die zehn Menschen geehrt, die zwischen 2000 und 2007 vermutlich von Mitgliedern der Neonazi-Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) getötet wurden. Anlässlich des Gedenkens haben Arbeitgeber und Gewerkschaften für 12.00 Uhr zu einer Schweigeminute für die Opfer aufgerufen. In Berlin und Hamburg ruhte der öffentliche Nahverkehr für eine Minute.
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