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[Bildunterschrift: Vor allem beim Zahnersatz steigen die Kosten. ]
Viele Patienten müssen für Zahnbehandlungen bald deutlich mehr zahlen. Das Kabinett beschloss eine neue Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Dadurch steigen die Honorare der Zahnärzte um etwa 345 Millionen Euro pro Jahr. Das entspricht laut Gesundheitsministerium einem Plus von sechs Prozent. Die privaten Krankenkassen erwarten jedoch wesentlich höhere Kostensteigerungen. Brücken und Kronen verteuern sich diesen Schätzungen zufolge um 14 bis 20 Prozent. Damit die neue Gebührenordnung wie geplant zum 1. Januar 2012 in Kraft treten kann, muss noch der Bundesrat zustimmen.
Die GOZ ist die Basis für privat abgerechnete Leistungen der Zahnärzte. Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen sind immer dann betroffen, wenn sie bei Füllungen und Zahnersatz mehr als nur die Standardleistung in Anspruch nehmen, für die die GOZ ebenfalls die Grundlage bildet. Gesetzlich Versicherte müssen demnach mit Kostensteigerungen von bis zu 74 Euro für eine Vollkrone rechnen. Eine zweiflächige Einlagefüllung könnte bis zu 100 Euro mehr kosten und eine Teleskopkrone bis zu 237 Euro mehr.
Mit der Neuregelung will Gesundheitsminister Daniel Bahr die seit 1988 nicht mehr überarbeitete Gebührenordnung an die medizinische und technische Entwicklung anpassen. Häufig erbrachte Leistungen, die bislang nicht berücksichtigt seien, sollten in das Verzeichnis aufgenommen werden. Unter anderem entsteht eine klare Abrechnungsgrundlage für Kunststofffüllungen. Die Zahnärzte werden verpflichtet, dem Patienten bei besonders hohen Kosten einen Voranschlag zu unterbreiten.
Der Verband der Privaten Krankenkassen (PKV) kritisierte die Neuregelung. Bei den Honoraren für Zahnärzte bestehe kein Nachholbedarf, weil deren Vergütungen in den vergangenen Jahren bereits überduchschnittlich stark gestiegen seien. Die Ausgaben der PKV für Zahnmedizin lägen bereits 36 Prozent höher als von zehn Jahren.
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