AfD-Vize Gauland (hier während einer Landtagssitzung in Potsdam) | Bildquelle: dpa

Kritik an Gauland-Äußerung Und wieder eine Provokation

Stand: 28.08.2017 21:00 Uhr

Empörung über den Aufruf von AfD-Spitzenkandidat Gauland zur "Entsorgung" der Integrationsbeauftragten Özoguz: "Schlicht rassistisch" und "im Kern rechtsextrem" - so die Reaktion von CDU und SPD. Aus der AfD kam später eine allenfalls halbherzige Distanzierung.

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland hat mit einer Äußerung über die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, massive Kritik ausgelöst. Er hatte auf einer Wahlveranstaltung erklärt, man sollte Özoguz "in Anatolien entsorgen".

Tauber: "Schlicht rassistisch"

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, Özoguz stamme aus Hamburg, insofern disqualifizierten sich diese Äußerungen von selbst. Außenminister Sigmar Gabriel ließ über einen Sprecher mitteilen, derartige Äußerungen "wecken überall auf der Welt die schlimmsten Erinnerungen an unser Land".

CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte, die Äußerung sei "schlicht eins: rassistisch". SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sprach von einer "widerlichen" Entgleisung und bezeichnete die AfD als "im Kern eine rechtsextreme Partei".

Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Özoguz | Bildquelle: dpa
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Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Özoguz.

"Ladet sie mal nach Eichsfeld ein"

Beim Wahlkampf im thüringischen Eichsfeld hatte Gauland Interview-Aussagen von Özoguz aus dem Mai kommentiert. Die SPD-Politikerin hatte damals gesagt, eine spezifisch deutsche Kultur sei, jenseits der Sprache, nicht zu identifizieren.

"Ladet sie mal nach Eichsfeld ein, und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist", rief Gauland seinen Zuhörern zu. "Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können."

Weidel: Inhaltlich in Ordnung

Gauland selbst erklärte später, er stehe inhaltlich zu seiner Aussage, werde sie aber nicht mehr auf diese Art formulieren. AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel sagte vor ausländischen Journalisten in Berlin, in der Sache habe Gauland recht. Es entstehe "tatsächlich der Eindruck, dass Frau Özoguz in der Türkei besser aufgehoben wäre als in Deutschland". Über die Wortwahl könne man sich aber "sehr wohl streiten".

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 28. August 2017 um 22:30 Uhr.

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