Joachim Gauck in Bautzen | Bildquelle: dpa

Gauck in Bautzen "Hassposts ersetzen nicht die Debatte"

Stand: 11.03.2016 15:28 Uhr

Sich für Argumente anderer öffnen - aber nicht für Hetze oder Attacken auf Menschen: Dazu hat Bundespräsident Gauck bei einem Besuch in Bautzen aufgerufen. Bei einem Rundgang durch die Stadt gab es Buhrufe gegen ihn. In Bautzen war kürzlich ein Anschlag auf eine Asylunterkunft verübt worden.

Bundespräsident Joachim Gauck hat eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Flüchtlingspolitik angemahnt. Dabei reiche es nicht, am Computer etwas "zusammenzuposten", sagte er bei einer Diskussionsrunde mit Bürgern im ostsächsischen Bautzen. "Im Internet eine Hasstirade zu posten, ist noch keine demokratische Debatte." Demokratie erfordere Kompromissbereitschaft und Geduld.

Nötig sei es, sich auch für Argumente zu öffnen, die zunächst fremd seien. "Wohlgemerkt: für Argumente, nicht für Hetze, Attacken auf Menschen oder Brandsätze", sagte der Bundespräsident.

Gauck traf neben Bürgern der Stadt auch Bürgermeister aus der Region. Bei dem Gespräch, an dem auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich teilnahm, ging es um die Auswirkungen des Flüchtlingszuzugs in den Kommunen. Zudem gab es einen Empfang für ehrenamtlich engagierte Bürger.

Gauck wirbt in Bautzen für Toleranz und Dialog
nachtmagazin 00:55 Uhr, 12.03.2016, Danko Handrick, MDR

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Als Gauck ein Stück zu Fuß durch die Altstadt Bautzens ging, wurde er von rund einem Dutzend Demonstranten beschimpft. Auch Trillerpfeifen waren zu hören. Ein Demonstrant zeigte dem Bundespräsidenten den Mittelfinger. Die Polizei drängte die Störer beiseite.

Anschlag auf geplante Asylunterkunft

Vor knapp drei Wochen war auf eine noch nicht bezogene Asylbewerberunterkunft in Bautzen ein Brandanschlag verübt worden. Fremdenfeinde hatten anschließend unverhohlen ihre Freude über das Feuer geäußert. Einzelne behinderten die Feuerwehr beim Löschen. Wer den Brand gelegt hat, ist bisher nicht bekannt.

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