Bundespräsident Gauck legt in Oranienburg einen Kranz nieder | Bildquelle: dpa

Bei Gedenkveranstaltung in Oranienburg Gauck mahnt zu Solidarität mit Flüchtlingen

Stand: 09.11.2015 15:47 Uhr

Bundespräsident Gauck hat in Oranienburg an die Opfer der Pogromnacht vom 9. November 1938 erinnert. Das Staatsoberhaupt nutzte die Veranstaltung auch zu einer Stellungnahme zur aktuellen Flüchtlingspolitik. Deutschland werde ein offenes Land bleiben, sagte er.

Bundespräsident Joachim Gauck hat an die Opfer der Judenpogrome der Nationalsozialisten vom 9. November 1938 erinnert. In Oranienburg bei Berlin legte das Staatsoberhaupt vor rund 150 Besuchern einen Kranz nieder. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November vor 77 Jahren waren in Deutschland und Österreich mehr als 1300 Menschen getötet und mindestens 1400 Synagogen zerstört worden. Auch die Oranienburger Synagoge wurde verwüstet, bevor sie 1944 durch einen Bombenangriff komplett zerstört wurde.

Erinnerung an Flucht und Vertreibung

Gauck nutzte die Veranstaltung auch, um zur aktuellen Flüchtlingspolitik Stellung zu nehmen - zu dem von Bundesinnenminister Thomas de Maizière ins Gespräch gebrachten Vorschlag, den Familiennachzug für Asylbewerber aus Syrien zu begrenzen, wollte er sich aber nicht äußern. Er betonte, in einer schwierigen Situation gebe es Meinungsunterschiede, die müssten ausgetragen werden. "Ich bewerte das nicht", fügte er hinzu.

Er wolle aber daran erinnern, dass Flucht und Vertreibung das Schicksal der Deutschen auf Jahrzehnte bestimmt hätten. Die Deutschen wüssten, was es heiße, fliehen zu müssen und Schutz zu benötigen, betonte Gauck. Er fügte hinzu, Deutschland werde ein offenes Land bleiben, und es werde sich "in Würde und hoffentlich mit Anstand" darüber unterhalten, was es an Lasten tragen könne und welche Aufnahmebereitschaft existiere und resümierte: "Dass wir aufnahmebereit bleiben, das steht fest, das gehört zu unserer Kultur."

Darstellung: