Gasflammen | Bildquelle: dpa

Studie im Auftrag der Grünen Gaspreise in Deutschland sind zu hoch

Stand: 28.12.2015 09:53 Uhr

Ein deutscher Durchschnittshaushalt hat 2015 rund 130 Euro zu viel für Erdgas bezahlt - so eine aktuelle Studie. Die Versorger würden sinkende Weltmarktpreise nicht weitergeben. Der Branchenverband BDEW will diesen Vorwurf so nicht stehen lassen.

Viele deutsche Gasversorger lassen ihre Kunden nicht ausreichend an den stark gefallenen Beschaffungspreisen an den Weltmärkten teilhaben. Dies ist zumindest das Ergebnis einer Studie des Energieexperten Steffen Bukold im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion. Den Verbrauchern seien im Schnitt 132 Euro Ersparnis pro Jahr für den Durchschnittshaushalt (gerechnet auf einen jährlichen Verbrauch von 20.000 kWh) entgangen, die Energieversorger hätten in diesem Jahr insgesamt 1,3 Milliarden Euro zusätzlich eingenommen.

Diskussion über Gaspreise
tagesschau 20:00 Uhr, 28.12.2015, Mareike Aden, NDR

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Experte rät zum Anbietervergleich

Schon 2014 seien die Einsparungen beim Gaseinkauf nicht an die Verbraucher weitergegeben worden, wird in der Studie kritisiert. Bei unveränderter Marge hätte der durchschnittliche Tarif 2014 auf 6,07 Cent pro Kilowattstunden (ct/kWh) sinken müssen. Tatsächlich sei er 2014 fast unverändert bei 6,52 ct/kWh geblieben.

Im laufenden Jahr 2015 habe sich dieser Trend fortgesetzt. Das abermalige Sinken der Gasimportpreise hätte zu einem Verbraucherpreis von 5,72 ct/kWh führen müssen. Tatsächlich gaben die Preise nur geringfügig auf 6,38 ct/kWh nach.

Für 2016 hätten die Versorger zwar etwas breitere Preissenkungen angekündigt. Auch dabei mache bisher aber nur gut ein Fünftel der Anbieter mit. Den Verbrauchern bleibe nur der Weg, die Tarife sorgfältig zu vergleichen und gegebenenfalls zu wechseln, rät Bukold. Im Schnitt könne inzwischen in jeder Region zwischen 65 Anbietern gewählt werden. Die Preisunterschiede lägen dabei vielfach über zehn Prozent bei gleicher Leistung.

Überangebot auf dem Weltmarkt

Angestellter in einem ukrainischen Gaslager | Bildquelle: AFP
galerie

Die Erdgaspreise sinken seit Jahren - zumindest für die Konzerne.

Die Gaspreise fallen international seit Jahren, in Europa seit 2014 um rund ein Drittel. Grund ist das Überangebot auf den Weltmärkten unter anderem wegen der Förderung in den USA per Fracking.

Von diesem Trend profitieren die deutschen Verbraucher laut der Studie aber viel zu wenig. Nach seiner Auswertung der Beschaffungspreise an der Börse und der Verbraucherpreise der Gasanbieter mussten die Endkunden 2015 im Schnitt gut 0,6 Cent pro Kilowattstunde - also etwa ein Zehntel des Preises - zu viel bezahlen. Besonders stark ausgeprägt war dies demnach in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Versorger verweisen auf Sekundärkosten

Ein Sprecher des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) betonte, dass der Endkundenpreis für Gas nur zu etwas mehr als der Hälfte von den Beschaffungskosten abhänge. Dazu kämen Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben. Zum Teil seien steigende Netzentgelte für 2016 zu erwarten, die die Gaslieferanten dann in ihrer Kalkulation berücksichtigen müssten.

Erdgas ist laut der Studie mit Abstand der wichtigste Energieträger für Raumwärme in Deutschland. Fast jede zweite Wohnung (49,3%) wurde 2014 durch eine Erdgas-Zentralheizung versorgt.

Gaspreise fallen - Kunden spüren davon nichts
R. Lüer, ARD Berlin
28.12.2015 09:24 Uhr

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