Menschen stehen vor brennenden Barrikaden | Bildquelle: dpa

G20-Krawalle Hamburg will Fotofahndung im Ausland

Stand: 02.02.2018 19:32 Uhr

Innensenator Grote will die umstrittene Öffentlichkeitsfahndung nach militanten Randalierern auch auf andere Länder ausweiten. Außerdem soll die Polizei weitere Fotos von Verdächtigen veröffentlichen.

Die umstrittene Öffentlichkeitsfahndung nach Randalierern und Plünderern beim G20-Gipfel im Juli 2017 in Hamburg soll deutlich ausgeweitet werden. «Wir arbeiten derzeit daran, mit entsprechendem Bildmaterial auch im europäischen Ausland öffentlich zu fahnden», sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote dem "Hamburger Abendblatt". Mit der Aktion betrete man "Neuland".

Die Fahndungsbilder sollen etwa in Spanien und Italien verbreitet werden, so Grote. Aus diesen Ländern seien besonders viele militante Linksextremisten zum G20-Gipfel nach Hamburg gereist.

Noch mehr Bilder

Nach Angaben des Hamburger Polizeisprechers Timo Zill ist außerdem geplant, die Fotos weiterer Tatverdächtiger ins Internet zu stellen. Die neue Fahndung soll demnach etwa genauso viele Personen umfassen wie beim ersten Aufruf. Im Dezember hatte die Polizei Fotos von 107 unbekannten Tatverdächtigen veröffentlicht.

G20-Fotofahndung | Bildquelle: dpa
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Fahndungsbilder der Polizei zeigen mutmaßliche G20-Gewalttäter.

Grote verteidigt Foto-Fahndung

Die im Dezember gestartete Öffentlichkeitsfahndung in Deutschland verlaufe erfolgreich, sagte Grote. "Es ist bereits gelungen, viele Täter zu identifizieren." Nach Polizeiangaben wurden bislang 23 Tatverdächtige ausfindig gemacht, nach denen mit Fotos gefahndet wurde.

Der Innensenator verteidigte die Veröffentlichung der Bilder. "Ich warne sehr eindringlich davor, die Taten im Schanzenviertel oder in Altona zu verharmlosen. Die deutliche Gegenreaktion der linken Szene kann niemanden wundern. Erstmals können sich Täter noch Monate nach Krawallen nicht sicher fühlen", sagte Grote.

Während des G20-Gipfels hatte es in der Hamburg tagelang schwere Krawalle gegeben. Randalierer zündeten zahlreiche Autos an und plünderten Geschäfte. Hunderte Polizisten wurden verletzt. Insgesamt gibt es nach Polizeiangaben etwa 3000 Ermittlungsverfahren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Februar 2018 um 06:00 Uhr.

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