Elektronische Fußfessel am Knöchel eines Mannes | Bildquelle: dpa

Fußfesseln auf dem Vormarsch You never walk alone

Stand: 12.12.2017 10:37 Uhr

Die Zahl der Straftäter, die hierzulande mit elektronischen Fußfesseln kontrolliert werden, ist gestiegen. Vor allem Sexualstraftäter werden demnach mithilfe der GPS-Technik überwacht.

Derzeit werden 94 Straftäter mit elektronischen Fußfesseln überwacht, im Vorjahr seien es 88 gewesen. Das bestätigte die gemeinsame Überwachungsstelle der Länder mit Sitz im hessischen Bad Vilbel gegenüber tagesschau.de.

Von den 94 Straftätern begingen demnach 70 Sexualstraftaten und 24 Gewaltdelikte. Hinzu kommen zwei Gefährder in Bayern.

Alle Länder sind dabei

Die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg hatten im Jahr 2011 den "Staatsvertrag über die Einrichtung einer Gemeinsamen Überwachungsstelle für elektronische Fußfesseln" unterzeichnet, der zuvor bereits von Hessen und Bayern ratifiziert worden war. Der Staatsvertrag trat Anfang 2012 in Kraft.

Ende 2012 trat auch das Land Brandenburg dem Staatsvertrag bei. Mittlerweile sind alle weiteren Länder dem Vertrag beigetreten.

Fußfessel | Bildquelle: dpa
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Bei der elektronischen Fußfessel handelt es sich im Wesentlichen um einen Sender mit eingebauter Alarmfunktion, der die Positionsdaten des Trägers an die Überwachungsstelle übermittelt.

GPS als Grundlage

Die Fußfesseln funktionieren mit dem auch von Navigationsgeräten bekannten GPS-System. Dabei werden vom Gericht Gebots- und Verbotszonen festgelegt - also die Bereiche, in denen der Ex-Häftling sich aufhalten muss oder die er nicht betreten darf.

Empfängt die Station kein Signal, weil der Sender sich außerhalb ihrer Reichweite befindet oder zerstört wurde, wird die überwachende Behörde alarmiert.

Über dieses Thema berichtete u.a. Deutschlandfunk Nova am 10. Januar 2017 um 09:05 Uhr und radiobremen in "buten un binnen" am 15. Dezember 2017 um 18:00 Uhr.

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