Seitenueberschrift
Aufsichtsrat von Gruner + Jahr kommt zusammen
Bangen bei der "Financial Times Deutschland"
In Hamburg kommt heute der Aufsichtsrat des Medienverlags Gruner + Jahr zusammen, um über die Zukunft der FTD und anderer Wirtschaftsmedien des Hauses zu beraten. Laut Medienberichten soll die Tageszeitung aufgrund der hohen Verluste eingestellt werden. Ein Sprecher des Verlags lehnte einen Kommentar zu den Berichten ab. Zu einem möglichen Aus der Zeitung müssten zudem noch die beiden G+J-Eigner Bertelsmann und die Jahr-Familie ihr Okay geben, hieß es.
Gruner + Jahr plant Rückzug aus Wirtschaftsmedien
G+J plant demnach insgesamt einen weitgehenden Rückzug aus den Wirtschaftsmedien. Die Zeitschriften "Impulse" und "Börse Online" wolle der Verlag verkaufen. Ausschlaggebend sei die schlechte Ertragslage in dem Geschäft: Sinkende Anzeigenerlöse und fallende Auflagen dürften in diesem Jahr zu einem hohen Verlust führen. Das Wirtschaftsmagazin "Capital" soll dem Bericht zufolge aber weitergeführt werden.
"Financial Times Deutschland" droht das Aus
ARD-Morgenmagazin, 21.11.2012, Sonia Kennebeck, NDR
Ein Konzerninsider sagte der Nachrichtenagentur "Reuters", G+J erwarte 2012 bei seinen Wirtschaftstiteln einen Verlust von 15 Millionen Euro, 10,5 Millionen entfielen auf die "FTD", weitere 2,5 Millionen auf "Börse online". Seit der Gründung der "FTD" ist bei den G+J-Wirtschaftsmedien ein Verlust von insgesamt rund 300 Millionen Euro angefallen. Das Blatt beschäftigt 350 Mitarbeiter, 200 von ihnen sind Redakteure.
Der Betriebsrat von Gruner + Jahr hat eine Unterschriftenaktion gegen das Aus der Titel gestartet. Dabei haben bislang knapp 900 Mitarbeiter für den Erhalt der Wirtschaftsmedien unterschrieben. Diese Liste soll heute dem Vorstand übergeben werden. Der Betriebsrat verwies zudem auf rund 90 Journalistenpreise, die die Wirtschaftsmedien des Verlags in den letzten vier Jahren gewonnen hätten.
Offenbar Interessenten für "Frankfurter Rundschau" gefunden
Für die insolvente "Frankfurter Rundschau" (FR) gebe es erste Kaufinteressenten, sagte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters. Es liefen Gespräche mit "mehreren Interessenten", es handele sich um "namhafte" Verhandlungspartner. Die Gespräche stünden aber noch ganz am Anfang.
Das Verlagshaus der "FR" hatte beim Amtsgericht Frankfurt am Main einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Die bisherigen Haupteigentümer, die Kölner Verlagsgruppe DuMont Schauberg und die SPD-Medienholding DDVG, nannten als Grund massive Umsatzverluste, aufgrund derer sie keine Perspektive zur Fortführung der Zeitung mehr gesehen hätten.
Stand: 21.11.2012 09:18 Uhr
