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Immer mehr Beschäftigte in Deutschland gehen vorzeitig in den Ruhestand und nehmen dafür Einbußen bei ihren Altersbezügen in Kauf. Das geht aus Statistiken der Deutschen Rentenversicherung hervor.
Demnach bekamen 2010 knapp 674.000 Versicherte erstmals eine Altersrente. 47,5 Prozent von ihnen oder fast 320.000 hätten dabei Abschläge in Kauf nehmen müssen, weil sie nicht bis zum 65. Lebensjahr, der Regelaltersgrenze, gearbeitet hätten. Somit bezog fast jeder zweite eine Frührente. Im Durchschnitt fielen bei den Frührentnern die Bezüge um monatlich 113 Euro geringer aus.
Im Jahr 2005 betrug den Angaben zufolge der Anteil der Frührentner noch 41,2 Prozent, 2000 nur 14,5 Prozent. Im Durchschnitt gingen die Frührentner drei Jahre und zwei Monate vorher in Ruhestand.
Dem Bericht zufolge ist die Entwicklung bei den Ruheständlern, die eine Erwerbsminderungsrente beziehen, noch dramatischer: Bei ihnen stieg der Anteil der Neurentner, die mit weniger Geld auskommen müssen, von 39,7 Prozent im Jahr 2001 auf 96,3 Prozent im Jahr 2010.
Ulrike Mascher, Vorsitzende des Sozialverbandes VdK Deutschland, fürchtet, dass sich mit der langsamen Erhöhung der Renteneintrittsalters auf 67 Jahre "die Situation noch verschärfen wird. Die Gefahr von Altersarmut wird wachsen", sagte sie der Zeitung. Ähnlich sieht es Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). "Solange die Beschäftigten kaum eine Chance haben, bis 65 zu arbeiten, ist die Rente mit 67 ein reines Rentenkürzungsprogramm."
VdK und DGB sprachen sich dafür aus, Abschläge für die erwerbsgeminderten Rentner wieder abzuschaffen.
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