Das Ortsschild der Stadt Freital in Sachsen.

Mutmaßlicher Anschlag in Freital Auto von Linken-Politiker explodiert

Stand: 27.07.2015 14:53 Uhr

Die sächsische Stadt Freital steht seit Monaten wegen des äußerst aggressiven Auftretens vieler Einwohner gegenüber Flüchtlingen in der Kritik. Nun ist das Auto eines Linken-Stadtrates in die Luft geflogen. Die Polizei vermutet einen Anschlag.

Auf das Auto eines Politikers der Linkspartei in der sächsischen Stadt Freital ist offenbar ein Sprengstoffattentat verübt worden. "Es hat eine Explosion gegeben, dabei wurde ein parkendes Fahrzeug beschädigt", sagte eine Polizeisprecherin. Verletzt wurde niemand. Die Verglasung und die Karosserie des Autos haben den Angaben zufolge schwere Schäden davongetragen - auch ein nebenstehender Wagen wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Michael Richter, dem das Auto gehört, ist Fraktionsvorsitzender der Linken im Freitaler Stadtrat. Nach Angaben seiner Partei wurde der Politiker gegen 0.45 Uhr von einem Knall vor seinem Haus geweckt. Dann habe eine Rauchwolke über seinem geparkten Wagen entdeckt.

Die Kriminalpolizei hat das Auto sichergestellt, die Explosion soll sich im Inneren des Wagens ereignet haben. Das Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchung steht nach Angaben einer Polizeisprecherin zwar noch aus, aber schon jetzt wird wegen "Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion" ermittelt.

Richter setzte sich für Flüchtlinge ein

Polizisten in Freital
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Polizisten in Freital: Seit Monaten aggressive Stimmung in der Stadt

Richter hatte sich in der Vergangenheit neben seinem lokalpolitischen Engagement auch an der Organisation von Veranstaltungen der Flüchtlingsorganisation Pro Asyl beteiligt, wie seine Partei mitteilte. Schon als Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Freital vor wenigen Monaten sei Richter zum "Ziel einschlägiger Drohungen" geworden.

In der sächsischen Kleinstadt machen Rechtsextreme und selbsternannte "Bürgerwehren" seit Monaten in aggressiver Weise Stimmung gegen eine Asylbewerberunterkunft und Flüchtlinge. Es gab bereits Angriffe auf Demonstranten, die sich für die Flüchtlinge einsetzten.

Auch anderswo in Deutschland hat es in den vergangenen Monaten mehrfach Brandanschläge und andere Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Wiederholt wurden außerdem örtliche Amtsträger und Politiker von Rechtsextremen angefeindet und bedroht.

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