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Frauen in Führungspositionen

Schröder wirbt weiter für "Flexi-Quote"

Kristina Schröder
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Familienministerin Schröder startet einen neuen Anlauf in Sachen "Flexi-Quote"

Familienministerin Kristina Schröder gibt ihr Projekt einer "Flexi-Quote" für Frauen in Spitzenjobs nicht auf. In einem Brief an alle Kabinettsmitglieder und Bundestagsabgeordneten der Koalition schreibt Schröder: "Mein Ziel ist und bleibt es, alle börsennotierten und vollmitbestimmungspflichtigen Unternehmen gesetzlich zu verpflichten, eine Flexi-Quote für Vorstand und Aufsichtsrat zu beschließen." Das Flexi-Modell sei eine "intelligente Quote". Sie berücksichtige individuelle Ausgangsbedingungen, statt alle Unternehmen über einen Kamm zu scheren.

30 DAX-Unternehmen veröffentlichen ihre Quotenziele

Außerdem schaltete Schröders Ministerium heute die Internetseite www.flexi-quote.de frei, auf der erstmals die Selbstverpflichtungen aller 30 DAX-Unternehmen bei der Frauenförderung aufgelistet sind. Sechs der dort aufgeführten Unternehmen verpflichten sich freiwillig, bis 2015 den Anteil von Frauen in Führungspositionen auf 30 Prozent zu erhöhen. Der Chemiekonzern BASF gibt als Ziel an, bis Ende 2020 15 Prozent Frauen in Spitzenspositionen zu heben. Bislang liegt der Anteil bei BASF bei 10,9 Prozent. Bei E.ON sind derzeit 9,5 Prozent aller Manager weiblich. Bis 2016 sollen es 14 Prozent sein. Henkel hat bislang einen weiblichen Spitzenkräfteanteil von 29,5 Prozent. Ziel ist die Steigerung von ein bis zwei Prozentpunkten jährlich.

FDP: Überzogener Eingriff in unternehmerische Freiheit

Noch vor zwei Wochen hatte Schröder erklärt, sie sehe vor der Bundestagswahl 2013 keine Chance mehr, ihre Flexi-Quote per Gesetz festzuschreiben. Die CDU-Politikerin machte dafür den Koalitionspartner FDP verantwortlich. "Die FDP sagt, sie ist nicht bereit, einen gesetzlichen Weg zu gehen", sagte Schröder. Die FDP begrüßte das von Schröder erklärte Scheitern. Für die FPD sei die Quote kein Zukunftsmodell, sie wäre ein "völlig überzogener Eingriff in die unternehmerische Freiheit gewesen", erklärte die frauenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Nicole Bracht-Bendt.

Flexi-Quote oder gesetzliche Quote?

Arbeitsministerin von der Leyen bei einem Regierungstreffen zur Fauenquote mit DAX-Konzernen
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Regierungstreffen zur Fauenquote mit DAX-Konzernen

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und vielen CDU-Parlamentarierinnen geht Schröders Modell dagegen nicht weit genug. Sie wollen eine gesetzliche Quotenvorgabe zur Frauenförderung. Auch die Grünen sind für eine feste Frauenquote in Unternehmen. Grünen-Chefin Claudia Roth sagte, die freiwillige Selbstverpflichtung sei "von Anfang an ein unzureichendes Instrument" gewesen, das letztlich die Benachteiligung von Frauen in Unternehmen eher zementiert als verringert hätte.

"Frau Schröder bekommt die Frauenquote nicht hin"

Auch EU-Justizkommissarin Viviane Reding schaltet sich in die deutsche Debatte über die Quote ein: "Frau Schröder bekommt die Frauenquote nicht hin", sagte Reding. "Aber sie will auch nicht, dass es jemand anderes schafft. Vielleicht brauchen wir bei der Frauenquote eine Ersatzvornahme aus Brüssel?" Reding hatte sich in den vergangenen Monaten für eine europaweite Frauenquote in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen stark gemacht. Mit ihrem Gesetzesvorschlag dafür wird im Herbst gerechnet. Sie hatte zuletzt für Frauenquoten von 30 Prozent bis 2015 und von 40 Prozent bis zum Jahr 2020 geworben.

Stand: 22.08.2012 14:19 Uhr

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