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Arbeitskampf der Flugbegleiter
Streiks in Berlin, Frankfurt und München
Die Lufthansa-Flugbegleiter haben ihren Streik ausgeweitet und damit erneut für Beeinträchtigungen im morgendlichen Flugverkehr gesorgt. Das Kabinenpersonal in Frankfurt am Main und Berlin-Tegel trat am frühen Morgen für jeweils acht Stunden in den Ausstand, in München wird ab heute Mittag 13.00 Uhr bis 24.00 Uhr gestreikt.
Am Drehkreuz Frankfurt, wo bis 14.00 Uhr gestreikt werden soll, musste die Lufthansa die Hälfte aller Kurz- und Mittelstreckenflüge streichen. Auch zahlreiche Langstreckenflüge seien betroffen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Frankfurt ist mit 360 Flügen am Tag der wichtigste Flughafen für die Lufthansa. Weniger stark betroffen ist der Airport Berlin, wo UFO noch bis 13.00 Uhr im Ausstand ist. Bis zum Mittag wurden hier etwa 20 Verbindungen vor allem nach Frankfurt gestrichen.
UFO will notfalls flächendeckend streiken
Es ist der zweite Streik innerhalb weniger Tage, mit dem die Gewerkschaft ihre Forderungen in dem völlig verhärteten Tarifstreit durchsetzen will. Eine Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht, die Gespräche waren vergangenen Dienstag gescheitert. Beide Seiten reden derzeit nicht einmal miteinander. Das Unternehmen bietet ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren. Allerdings sollen die Flugbegleiter dafür länger arbeiten.
Christoph Arnowski (ARD) zur Situation am Münchner Flughafen
tagesschau 14:00 Uhr, 04.09.2012
UFO kämpft für fünf Prozent mehr Lohn über 15 Monate und gegen die Auslagerung von Stellen. Für den Fall, dass die Lufthansa nicht einlenkt, kündigte der UFO-Vorsitzende Nicoley Baublies eine flächendeckende Ausweitung des Arbeitskampfes an. Das bisherige Angebot von 3,5 Prozent mehr Geld sei völlig unzureichend. Dem stehe eine 20-prozentige Gehaltskürzung gegenüber, sagte Baublies der Nachrichtenagentur dapd. UFO fordert unter anderem fünf Prozent mehr Geld, kämpft gegen die Auslagerung von Stellen an Leiharbeitsfirmen und gegen eine konzerneigene Billig-Airline.
Lufthansa kritisiert Maßnahmen "häppchenweise im Stundentakt"
Die Lufthansa kritisierte die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation erneut scharf: Dem Unternehmen fehle jedes Verständnis dafür, dass die Streikmaßnahmen "häppchenweise im Stundentakt" angekündigt würden, sagte eine Sprecherin. Die Lufthansa habe ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch gelegt.
Auch die gestaffelten Streikankündigungen für Berlin und Frankfurt stießen bei der Lufthansa auf scharfe Kritik: "Uns fehlt jedes Verständnis dafür, dass man sich hier über die Nacht so austobt auf dem Rücken der Fluggäste. Das ist alles nicht mehr lustig", sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty.
Das Ansinnen der Lufthansa, die Passagiere schon 24 Stunden vor der nächsten Streikwelle zu warnen, lehnte UFO-Chef Baublies jedoch ab. "Dann müssten wir den Streik ausweiten und 24 Stunden bundesweit in den Ausstand gehen." Das wolle man bislang noch vermeiden.
Lufthansa will zusätzliches Personal einsetzen
Die Lufthansa hatte in den vergangenen Tagen die Streiktaktik wiederholt als "sehr fluggastfeindlich" kritisiert. Das kurze Zeitfenster lasse der Gesellschaft kaum eine Chance, die Passagiere rechtzeitig zu informieren. Die Lufthansa befinde sich daher in einer sehr schwierigen Lage.
Schon der erste Streik der Flugbegleiter in der Geschichte der Lufthansa hatte am Freitag in Frankfurt am Main für erhebliches Chaos im europäischen Luftverkehr gesorgt: Zahlreiche Lufthansa-Maschinen blieben am Boden, Flieger aus Europa durften zwischenzeitlich nicht mehr in Richtung Frankfurt starten.
Stand: 04.09.2012 09:04 Uhr
