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Arbeitskampf bei der Lufthansa
Flugbegleiter streiken morgen wieder
Die Gewerkschaft UFO hat ihre Mitglieder für morgen erneut zu Streiks aufgerufen. In einer Mitteilung der Gewerkschaft an ihre Mitglieder heißt es weiter, die Zentrale Streikleitung berate noch, wo und wann genau diese Streiks stattfinden werden. Er werde aber "sicherlich" ausgeweitet werden "in Bezug auf Orte und Zeiten".
Nach Einschätzung des HR-Luftfahrtexperten Michael Immel bedeutet das "die nächste Stufe der Eskalation im festgefahrenen Tarifkonflikt: Die Flugbegleiter werden jetzt an mehreren Flughäfen in Deutschland zum Streik aufrufen."
Welche Flughäfen betroffen sein werden, ist bislang unklar. UFO will auch weiterhin erst sechs Stunden im voraus bekannt geben, an welchen Airports ihre Mitglieder in den Ausstand treten werden.
Nach Ansicht von Immel erhöht auch das den Druck auf die größte deutsche Fluglinie. Immel gegenüber tagesschau.de: "Das macht es für die Lufthansa - wie wir am größten deutschen Drehkreuz in Frankfurt am Main gesehen haben - schwer zu reagieren. Sechs Stunden reichen Lufthansa nicht, um einen Notfall-Flugplan auf die Beine zu stellen. Die Gewerkschaft kennt natürlich solche Schwachstellen."
Entsprechend zuversichtlich sagt UFO in ihrer Mitteilung voraus, der Lufthansa werde es auch am Dienstag nicht gelingen, einen Sonderflugplan aufrechtzuerhalten. Bereits am vergangenen Freitag habe das Unternehmen seine Möglichkeiten über- und die Streikbeteiligung unterschätzt.
Flughafen-Chaos zur Wiedervorlage
Damit droht morgen ein ähnliches Chaos wie am Freitag, als infolge eines achtstündigen Streiks von Flugbegleitern in Frankfurt am Main insgesamt rund 200 Flüge ausfielen. 26.000 Reisende waren nach Konzernangaben betroffen.
Die Auswirkungen des Streiks waren bis in den Samstag hinein spürbar, als noch einmal 19 Lufthansa-Flüge ausfielen. Das Unternehmen sprach von einem Schaden in Millionenhöhe.
Dennoch will die Lufthansa vorerst kein neues Angebot vorlegen. Sie vertritt die Ansicht, ihr aktuelles Angebot enthalte weitreichende Zugeständnisse zur Sicherheit der Arbeitsplätze. Es gebe deshalb keinen Anlass nachzubessern. Die Gewerkschaft müsse folglich auf die Fluglinie zukommen.
Michael Immel (ARD) zu den Auswirkungen des Streiks
tagesschau 14:00 Uhr, 03.09.2012
Schlichtung im letzten Moment geplatzt
Die Gewerkschaft fordert unter anderem fünf Prozent mehr Geld für das Kabinenpersonal, die Airline bietet 3,5 Prozent. Nach Informationen von Immel waren beide Seiten kurz vor dem Scheitern der Tarifverhandlungen einer Einigung über eine Schlichtung sehr nahe. Diese hätte die frühere SPD-Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Heide Simonis, übernehmen sollen.
Beide Seiten hätten sich aber nicht darauf verständigen können, welche Themen in der Schlichtung behandelt werden sollten. Knackpunkt, so Immel, bleibe der Streit um die Leiharbeit in der Kabine.
Stand: 03.09.2012 07:08 Uhr
