Maaßen zur Gewalt gegen Flüchtlinge "Angriff auf demokratische Kultur"

Stand: 01.11.2015 21:20 Uhr

Die Gewalt gegen Flüchtlinge stellt aus Sicht von Verfassungsschutzpräsident Maaßen einen Angriff auf die "demokratische Kultur" dar. Im Bericht aus Berlin warnte er, dass die Anschläge auf Asylbewerberheime und die Attacken auf Flüchtlinge die innere Sicherheit gefährdeten.

Die zunehmende Gewalt gegen Flüchtlinge und die steigende Zahl der Angriffe auf Asylbewerberheime sind nach den Worten des Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen eine Gefahr für die innere Sicherheit in Deutschland. Im Bericht aus Berlin bezeichnete er die Angriffe auf Schutzsuchende als einen "Angriff auf die demokratische Kultur".

Gespräch mit Hans-Georg Maaßen, Präsident Bundesamt für Verfassungsschutz
Bericht aus Berlin, 01.11.2015

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Flüchtlinge krankenhausreif geschlagen

Auch am Wochenende hatte es bundesweit wieder mehrere solcher Angriffe gegeben. Im sächsischen Freital explodierte vor einer Flüchtlingsunterkunft ein Sprengsatz. Mehrere Fenster barsten. Nach Polizeiangaben erlitt ein Bewohner Schnittwunden.

In Magdeburg ging laut Polizei eine Gruppe von bis zu 30 Personen auf drei Syrer los. Die Beamten nahmen einen der Tatverdächtigen fest. Die Syrer im Alter zwischen 26 und 35 Jahren mussten in eine Klinik eingewiesen werden. Auch in Wismar griffen etwa 20 Vermummte zwei Flüchtlinge an, die anschließend im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Nach Ansicht Maaßens stehen hinter solchen Übergriffen meist Einzelpersonen oder kleinere Gruppen. Die Hetze gegen Flüchtlinge werde hingegen von der NPD und Rechtsradikalen geschürt. Das führe dazu, dass "es Menschen gibt, die sagen: Wir müssen jetzt diesen Worten auch Taten folgen lassen", sagte Maaßen weiter.

Kaum Risiko durch eingeschleuste Terroristen

Im Hinblick auf eine Gefahr durch Terror-Netzwerke wie dem "Islamischen Staat", die versuchen könnten, als Flüchtlinge getarnte Extremisten nach Deutschland einzuschleusen, beruhigte Maaßen. Dieses Risiko sei "wenig wahrscheinlich". Allerdings könnten sich unter den ankommenden Flüchtlingen durchaus Männer befinden, die in Kriegsgebieten bereits Kampferfahrung gesammelt hätten, was sich radikale Strömungen wie die Salafisten zunutze machen könnten.

Darstellung: