Etagenbetten in einer Flüchtlingsunterkunft in Pfaffenhofen an der Ilm (Bayern) | Bildquelle: dpa

Beispiele für den Umgang mit Flüchtlingen Improvisieren, helfen und begleiten

Stand: 28.07.2015 15:59 Uhr

Viele Kommunen haben nicht viel Zeit, um sich auf neu ankommende Flüchtlinge einzustellen. Es muss improvisiert werden - um Unterkünfte einzurichten, aber auch, um die Bevölkerung zu informieren. Und auch Flüchtlinge, die schon länger in Deutschland sind, müssen begleitet werden.

Gladbeck im Ruhrgebiet: Die Nachricht durch die Bezirksregierung, dass die Stadt 150 Flüchtlinge aufnehmen solle, kam kurzfristig. Drei Tage hatten die örtlichen Behörden Zeit, eine Notunterkunft zu finden und einzurichten. Am Ende wurde mit vereinten Kräften eine Turnhalle bezugsfertig gemacht - doch es gab auch Widerstände zu überwinden.

Unterkünfte für 150 Flüchtlinge in Gladbeck
ARD-Morgenmagazin, M. Steinhäuser, WDR

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Eine Unterkunft in einer Turnhalle kann nur eine vorübergehende Lösung sein - dann geht es aller Wahrscheinlichkeit in das nächste Provisorium, etwa ein Containerdorf. Hamburgs größte Flüchtlingsunterkunft liegt in einem Industriegebiet im Osten der Stadt. Die Container sind allemal komfortabler als eine Turnhalle - aber auch hier leben viele Menschen auf verhältnismäßig engem Raum. Das stellt hohe Anforderungen an alle Beteiligte, Bewohner und Verwaltung.

Leben in Flüchtlingsunterkünften Hamburgs
ARD-Morgenmagazin, 28.07.2015, K. Klein, NDR

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Asylbewerber in Deutschland

Laut UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sind derzeit weltweit so viele Menschen auf der Flucht vor Kriegen und Konflikten wie noch nie. Ende 2014 gab es demnach 59,5 Millionen Flüchtlinge. Das hat auch in Deutschland zu einem starken Anstieg von Asylbewerbern geführt: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erwartet in diesem Jahr deutschlandweit 400.000 Erstanträge - doppelt so viele wie 2014 und acht Mal so viele wie noch 2010.

Die meisten Asylbewerber stammten im ersten Halbjahr 2015 aus Syrien (34.428), aus dem Kosovo (31.400), Albanien (22.209) und aus Serbien (15.822). Mehr als 40 Prozent der Erstanträge werden von Menschen aus den westlichen Balkanländern gestellt. Ihre Ablehnungsquote liegt bei etwa 90 Prozent.

Die Bearbeitung eines Asylantrags dauert derzeit im Schnitt 5,3 Monate. Bei den sogenannten "sicheren" Herkunftsstaaten Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Serbien dauert das Verfahren zwischen 3,6 und 4,8 Monaten.

Zwar nimmt Deutschland von allen EU-Ländern in absoluten Zahlen die meisten Asylbewerber auf (110.350 von Januar bis April 2015), relativ gesehen hat in der EU derzeit aber Ungarn mit 4,09 pro 1000 Einwohnern die meisten Asylbewerber. Deutschland liegt an vierter Stelle mit einem Wert von 1,36. Zum Vergleich: Im Libanon sind es 257 Flüchtlinge auf 1000 Einwohner.

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