Ein Polizist nimmt einem Flüchtlinge den Fingerabdruck ab. | Bildquelle: dpa

Mehrfach-Identitäten BAMF will Fingerabdrücke von Flüchtlingen

Stand: 07.02.2017 08:43 Uhr

Um Sozialbetrug durch Mehrfach-Identitäten vorzubeugen, hat die Chefin des Bundesamts für Migration die Länder aufgerufen, alle Flüchtlinge erkennungsdienstlich zu behandeln. Das BAMF selbst nehme bereits seit Herbst stets die Fingerabdrücke.

Im Kampf gegen Sozialbetrug durch Mehrfach-Identitäten hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Ausländerbehörden der Kommunen aufgefordert, von allen Flüchtlingen Fingerabdrücke zu nehmen. "Hier sind die Ausländerbehörden in der Pflicht. Sie müssen die Fingerabdrücke von allen Menschen nehmen, die sich bei ihnen melden, und die Daten mit dem Zentralregister abgleichen", sagte die neue BAMF-Chefin Jutta Cordt der "Passauer Neuen Presse".

Das BAMF selbst behandele seit vergangenem Herbst alle Flüchtlinge erkennungsdienstlich und gleiche die Fingerabdrücke mit den Sicherheitsbehörden ab, sagte Cordt. Dadurch könne das BAMF "heute Mehrfachidentitäten im Asylverfahren ausschließen".

Bei Cordts Amtsantritt Mitte Januar hatte es aus dem BAMF geheißen, alle Flüchtlinge hierzulande seien anhand ihrer Fingerabdrücke eindeutig erfasst und registriert.

Zuletzt hatte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) Anfang Januar in einem Interview von Sozialgeldern in "großer Millionenhöhe" gesprochen, die durch "Mehrfachregistrierung" von Asylbewerbern "abgegriffen" worden seien. Angesichts der terroristischen Bedrohung und des mutmaßlich vielfachen Sozialmissbrauchs forderte Müller damals eine rückwirkende Neukontrolle aller eingereisten Flüchtlinge.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Februar 2017 um 07:30 Uhr.

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