Flüchtlinge in einem Deutschkurs der Uni Vechta | Bildquelle: dpa

Flüchtlinge in Deutschland "Viele Angehörige werden nachkommen"

Stand: 06.10.2015 07:32 Uhr

Wie viele Flüchtlinge werden dieses Jahr kommen? Werden es mehr als die bislang offiziell erwarteten 800.000 Menschen? Laut Familienministerin Schwesig ist auch davon auszugehen, dass viele Frauen und Kinder nachkommen. Das bedeutet neue Herausforderungen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig erwartet, dass den in Deutschland eingetroffenen Flüchtlingen zahlreiche Angehörige folgen werden. "Wir rechnen damit, dass sehr viele Frauen und Kinder nachkommen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schwesig forderte, bei allen Maßnahmen zum Schutz, zur Versorgung und zur Integration müssten Frauen und Kinder Vorrang haben. Es sei zudem "unabdingbar", dass die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in den Integrationskursen ein Schwerpunkt sei.

Die Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rechnet nach eigenen Angaben in den kommenden zwölf Monaten mit bundesweit rund 300.000 zusätzlichen Flüchtlingskindern im Schulalter. Um diesen ein qualitativ gutes Schulangebot zu machen, seien rund 25.000 Lehrer zusätzlich notwendig, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dem mehr als 30 Zeitungen angehören.

"Merkel muss Wege aufzeigen"

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte, Bundeskanzlerin Angela Merkel müsse "Wege aufzeigen, um die hohen Flüchtlingszahlen zu verringern". Das Asylrecht kenne zwar keine Obergrenzen. Bei der Belastbarkeit der Länder und Kommunen gebe es aber "faktische Grenzen" und denen nähere man sich "rasant", sagte er der "Rheinischen Post". Ähnlich hatte sich zuvor unter anderem CSU-Chef Horst Seehofer geäußert.

Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) äußerte sich in der "Bild"-Zeitung dagegen optimistisch: "Wir schaffen das, wenn wir Integration fördern, aber auch fordern - und auch an die deutsche Gesellschaft denken und niemandem das Gefühl geben, er würde von der Politik vergessen." Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) stellte sich hinter Merkels Kurs: "Wir schaffen das, wenn wir jetzt im Angesicht der Größe der Aufgabe nicht kleinmütig werden, sondern unsere Offenheit verteidigen", sagte die CDU-Politikerin Ministerin dem Blatt.

Spekulationen über Flüchtlingszahlen erzeugen Unruhe
tagesschau 20:00 Uhr, 05.10.2015, F. Jahn, HSSB

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Es werden wohl 800.000 plus X Flüchtlinge

Gestern hatte das Bundesinnenministerium einen Bericht der "Bild" über eine neue Schätzung von bis zu 1,5 Millionen Flüchtlingen in Deutschland in diesem Jahr als zweifelhaft eingestuft. Man könne auf Basis der großen Anzahl an Neuankömmlingen im September keine Hochrechnungen anstellen. Die offizielle Prognose beläuft sich momentan auf 800.000 Menschen.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder sagte der "Bild", diese Schätzung von 800.000 Asylbewerbern lasse sich vermutlich nicht halten. Eine neue Zahl nannte er aber nicht. Er sprach sich gegen feste Obergrenzen für die Zuwanderung aus.

Darstellung: