Allianz für Aus- und Weiterbildung zu Flüchtlingen Vorschläge für eine schnelle Integration

Stand: 18.09.2015 18:19 Uhr

Mit frühen Deutschkursen und Ausbildung sollen Flüchtlinge für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden. "Die beste Integration ist Sprache, Ausbildung und Arbeit," sagte Wirtschaftsminister Gabriel mit Wirtschaftsvertretern.

Von Michael Kück, Radio Bremen

SPD-Chef Sigmar Gabriel will dafür sorgen, dass junge Asylbewerber länger als bisher in Deutschland arbeiten dürfen, denn: "Die beste Integration ist Sprache, Ausbildung und Arbeit. Nichts wirkt besser gegen Parallelgesellschaften, Vereinsamung und Schwierigkeiten bei der Integration in Arbeit." Deshalb schlägt Gabriel vor, die zurzeit bestehenden Regelungen auszuweiten: Bislang gilt, dass junge Asylbewerber in jedem Fall solange in Deutschland bleiben dürfen, bis sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben - und zwar auch dann, wenn sie während ihrer Lehrzeit mitgeteilt bekommen, dass ihr Antrag abgelehnt wurde.

Julia Krittian, ARD Berlin, über die Strategien zur Integration von Flüchtlingen
tagesschau24 16:30 Uhr, 18.09.2015

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Geht es nach Arbeitgebern, Gewerkschaften und der SPD-Spitze, sollen Flüchtlinge mit abgeschlossener Ausbildung auch danach arbeiten dürfen - für mindestens ein oder zwei Jahre. Gabriels Begründung: "Weil ein Handwerksbetrieb mit Sicherheit keinen einstellt, wenn er nicht weiß, ob er danach bleibt." Doch er gibt zu, dass er dafür noch Überzeugungsarbeit innerhalb der Bundesregierung leisten muss, die Union lehnt diesen Vorschlag bislang ab.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und die Integrations-Beauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz | Bildquelle: dpa
galerie

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und die Integrations-Beauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (beide SPD), bei der Pressekonferenz, bei der die mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik Allianz für die Aus- und Weiterbildung von Flüchtlingen beschlossen wurde.

Wanka: "50 Prozent unter 25 Jahre"

Von einer großen Chance für Deutschland, wenn Flüchtlinge rasch integriert werden, spricht auch Bundesbildungsministerin Johanna Wanka: "Und zurzeit, nach den Angaben die wir haben, sind über 50 Prozent von denen, die bei uns angekommen sind, unter 25 Jahre." Passende Ausbildungsplätze für Flüchtlinge zu suchen, sei daher das Gebot der Stunde, meint Wanka. Dazu aber gehöre das schnelle Erlernen der deutschen Sprache.

Deshalb sollen Deutschlehrer und Flüchtlinge möglichst früh zueinander kommen - und zwar bereits in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Doch nicht nur das: Weil die meisten Flüchtlinge Handys haben, sollen spezielle Apps zum Erlernen der deutschen Sprache entwickelt werden. Erst danach geht es laut Wanka um die Frage, welche beruflichen Qualifikationen die Flüchtlinge mitbringen.

Appell Kramers

Meist fehlen Zeugnisse oder Belege über Schule und Ausbildung, weil die auf der Flucht verloren oder gar nicht erst mitgenommen wurden. Bundesbildungsministerin Wanka kündigte deshalb ein milliardenschweres Programm an. Mit dessen Hilfe sollen genau die Stärken und Schwächen von Flüchtlinge analysiert werden - um zu wissen, für welche Ausbildungen oder Jobs sie geeignet sind.

Gabriel, Wanka und AG-Präsident Kramer zur Integration von Flüchtlingen
M. Kück, ARD Berlin
18.09.2015 17:52 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer begrüßte diese Pläne. Die Bereitschaft der Unternehmen, Flüchtlinge auszubilden oder einstellen zu wollen, sei groß. Aber, so Kramer: "Das Wichtigste für uns Unternehmer ist: Nehmt dem Handwerker, dem Einzelhändler, dem Manager die Sorge, mit der speziellen Problematik nicht klar zu kommen, weil wir da natürlich keine Erfahrung haben." All dies müsse kommende Woche beim Flüchtlingsgipfel mit Bund und Ländern in Berlin fest vereinbart werden, so der Appell Kramers. Dann sei er zuversichtlich, dass die Integration der Flüchtlinge in Deutschland am Ende auch gelingt.

Darstellung: