Flüchtlinge am Hauptbahnhof in München | Bildquelle: dpa

Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland Weitere 11.000 Flüchtlinge erwartet

Stand: 07.09.2015 09:03 Uhr

Die Zahl der Flüchtlinge, die auf dem Weg nach Deutschland sind, steigt weiter: Nachdem am Wochenende allein in München 20.000 Menschen angekommen waren, rechnen die Behörden heute mit "11.000 oder mehr" Neuankömmlingen. Ungarn fordert eine Grenzschließung.

Am Wochenende waren es 20.000 Flüchtlinge, heute sollen "11.000 oder mehr" Menschen folgen. Das teilte der Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand, mit. "Die Lage ist sehr angespannt", sagte er. Erst am Vormittag könne man eine genaue Prognose abgeben.

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Flüchtlingsandrang in München: "Wir sind hier sehr am Anschlag" http://t.co/QHQnXINJ23

Die Behörden waren im Verlauf des Sonntags von der Größe des Flüchtlingsandrangs aus Ungarn und Österreich überrascht worden. Ursprünglich waren etwa 7000 Menschen erwartet worden. Als es auf den Abend zuging, kamen jedoch immer mehr Menschen an. Schließlich waren es 13.000. Über das Wochenende trafen insgesamt etwa 20.000 Flüchtlinge in München ein.

"Wir kommen an unsere Grenzen, und zwar sehr deutlich", sagte Simone Hilgers, Sprecherin der Bezirksregierung von Oberbayern. Auch Helfer klagen über die steigende Belastung.

Christoph Arnowski, BR, zur Lage am Münchener Hauptbahnhof
tagesschau 12:00 Uhr, 07.09.2015

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Orban fordert Grenzschließung

Ungarn hat Österreich und Deutschland unterdessen aufgerufen, ihre Grenzen zu schließen. Beide Länder sollten "klar sagen", dass keine weiteren Flüchtlinge mehr aufgenommen werden, ansonsten würden weiterhin "mehrere Millionen" Menschen nach Europa kommen, sagte Ungarns Regierungschef Viktor Orban.

Er kritisierte, die Einreise in die EU ohne Papiere entspreche nicht den geltenden Regeln, trotzdem habe Österreich die Migranten ungehindert einreisen lassen. Laut Orban ist ein Großteil der Migranten Wirtschaftsflüchtlinge.

Ungarn habe ausreichend "finanzielle und polizeiliche Kraft", für alle Schutzsuchenden Verpflegung und Unterkunft zur Verfügung zu stellen - doch würden alle nach Deutschland wollen. "Das Problem liegt nicht auf unserer Seite", sagte Orban weiter.

Ilanit Spinner, BR zzt. Budapest, zur Lage am Ostbahnhof
ARD-Morgenmagazin, 07.09.2015

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Faymann: Ende der Notmaßnahmen schrittweise

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr österreichischer Amtskollege Werner Faymann hatten am Freitagabend in Absprache mit der ungarischen Regierung eine Ausnahmeregelung vereinbart. Demnach durften die Flüchtlinge in Ungarn ohne bürokratische Hürden und Kontrollen nach Österreich und Deutschland einreisen. Laut Merkel handelt es sich bei dieser Maßnahme um eine "Ausnahme", um eine akute Notlage zu beenden. Wie lange dieser Ausnahmezustand aufrechterhalten bleiben soll, haben bisher weder Österreich noch Deutschland mitgeteilt.

Faymann kündigte am Sonntag das schrittweise Ende der Notmaßnahmen an. Zudem werde es auch wieder stichprobenartige Personenkontrollen an der Grenze zu Ungarn geben. Wann damit konkret begonnen werden soll, blieb zunächst unklar. In Ungarn steigt die Zahl der einreisenden Flüchtlinge unterdessen wieder. Am späteren Sonntagabend seien Menschen zu Fuß aus Serbien gekommen, berichteten ungarische Medien. Sie würden nun im erst am Sonntag eröffneten neuen Flüchtlingsllager Röszke registriert.

Ungarns Kampf gegen Flüchtlinge
ARD-Morgenmagazin, 07.09.2015, Darko Jakovljevic, ARD Wien

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