Blick auf ein beschädigtes Fenster der Flüchtlingsunterkunft in Jüterbog in Brandenburg (Archivbild vom 01.10.2016).  | Bildquelle: dpa

Jahresbilanz 2200 Übergriffe auf Flüchtlinge

Stand: 28.02.2018 08:57 Uhr

Zwar ging die Zahl der Angriffe auf Flüchtlinge in Deutschland deutlich zurück, sie bleibt jedoch hoch. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung hervor, die der Funke-Mediengruppe vorliegt.

Im vergangenen Jahr hat es einem Medienbericht zufolge in Deutschland mehr als 2200 Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte gegeben - rund ein Drittel weniger als im Vorjahr. Das gehe aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Parlamentsanfrage hervor, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe. 2016 seien noch rund 3500 Angriffe erfasst worden.

Zu den Delikten zählten gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung, Volksverhetzung, Hausfriedensbruch, schwere Brandstiftung und Sprengstoffexplosionen. Dem Bericht zufolge gab es im vergangenen Jahr rund 1900 Angriffe auf Flüchtlinge sowie mehr als 300 Anschläge und Überfälle auf Flüchtlingsunterkünfte. Dabei seien mehr als 300 Menschen verletzt worden.

Die Linke gibt AfD und Union Mitschuld

Die Bundesregierung habe die Attacken in dem Papier aufs Schärfste verurteilt. Die Linken-Politikerin Ulla Jelpke gab der AfD und der Union eine Mitverantwortung für die Übergriffe. "Mehr als 2000 rechte und rassistische Angriffe gegen Geflüchtete im Jahr 2017 sind Ausdruck einer aggressiven Stimmung im Land, die von der AfD und anderen Gruppierungen der extremen Rechten täglich befördert wird", sagte sie. Ermutigt würden sie auch "durch die rassistische Stimmungsmache der Unionsparteien, die keine Gelegenheit auslassen, Verschärfungen im Umgang mit Flüchtlingen zu fordern".

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