Logo des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge auf einem Schild | Bildquelle: picture alliance / Geisler-Fotop

BAMF verfehlt eigenes Ziel Noch nicht alle Flüchtlinge zentral erfasst

Stand: 02.10.2016 10:40 Uhr

Die Flüchtlingskrise hat im vergangenen Sommer für behördliches Chaos gesorgt. Mit einer zentralen Datenbank wollte das BAMF bis Ende September einen Überblick bekommen. Doch das Ziel wurde verfehlt, auch wenn weniger Flüchtlinge kamen als bisher angenommen.

Bis Ende September wollte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) alle Schutzsuchenden in Deutschland erfasst haben. Doch noch immer fehlen Flüchtlinge im zentralen Datensystem der Behörde.

Vor allem Hessen hinkt bei der Erfassung hinterher: 870 Asylsuchende wurden dort nach Angaben des Sozialministeriums noch nicht erkennungsdienstlich behandelt. Spätestens Mitte Oktober sollen dann auch in Hessen alle Flüchtlinge zentral registriert sein, wie Sozialminister Stefan Grüttner sagte. In Sachsen-Anhalt waren zuletzt noch knapp 80 Menschen nicht auf diese Art erfasst. Laut der Nachrichtenagentur dpa ist die Registrierung in den meisten Bundesländern jedoch abgeschlossen.

Flüchtlingszahlen nach unten korrigiert

Laut Innenministerium kamen im vergangenen Jahr etwa 890.000 Flüchtlinge nach Deutschland. Der Großteil wartet noch auf eine Entscheidung über den Asylantrag. "Die Zahl ist also tatsächlich deutlich niedriger als die Zahl von 1,1 Millionen, die bislang im Umlauf war", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Die Differenz sei durch Mehrfachregistrierungen zu erklären. Das ändert aber nichts daran, dass es sich um einen absoluten Rekord handelt. Nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik kamen innerhalb eines Jahres so viele Asylbewerber ins Land. Bislang war 1992 das Rekordjahr - und da waren es nur halb so viele Schutzsuchende. "Wir sind uns einig, dass sich die Lage im letzten Herbst nicht wiederholen darf", sagte der Innenminister.

BAMF-Chef Weise rechnet in diesem Jahr mit 300.000 neuen Flüchtlingen.

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