Bamf-Schild  | Bildquelle: dpa

Zahlen des Bundesinnenministeriums Jeder achte Asylbewerber verschwunden

Stand: 26.02.2016 11:46 Uhr

Gut jeder achte Flüchtling in Deutschland verschwindet nach seiner behördlichen Erfassung. Nach Zahlen des Bundesinnenministeriums kamen im vergangenen Jahr 13 Prozent der als Asylbewerber registrierten Menschen nicht bei der zuständigen Aufnahmeeinrichtung an.

Nach der Registrierung in Deutschland kommen einem Medienbericht zufolge viele Flüchtlinge nicht in ihrer vorgesehenen Unterkunft an. Im vergangenen Jahr habe der Anteil bei 13 Prozent gelegen, teilte das Innenministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag mit. Mögliche Gründe für das Verschwinden seien die Weiterreise in andere Länder oder das Untertauchen in die Illegalität. Es gehe um mehr als 130.000 Personen.

Dublin-Abkommen oft wirkungslos

Der Antwort des Ministeriums zufolge, über die zunächst die "Süddeutsche Zeitung" berichtet hatte, gelingt es Deutschland auch immer seltener, Flüchtlinge an die eigentlich zuständigen EU-Staaten zu schicken. Die Behörden hätten bei jedem zehnten Asylbewerber eine Anfrage an einen EU-Partner gestellt, diesen zurückzunehmen. 2014 sei es noch jeder fünfte gewesen.

Nach dem Abkommen von Dublin ist eigentlich der Staat für einen Asylbewerber zuständig, in dem er zuerst den Boden der EU betrat. Viele Staaten, etwa Griechenland, halten sich daran aber nicht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Februar 2016 um 09:00 Uhr.

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