Eier werden aufgeschlagen | Bildquelle: AFP

Fipronil-Skandal Nichts genaues weiß man nicht

Stand: 31.08.2017 11:56 Uhr

Einen Monat nach Bekanntwerden ist das Ausmaß des Fipronil-Skandals weiterhin völlig unklar. Laut Agrarministerium können weder Bund noch Länder verlässliche Antwort über Zahlen zu betroffenen Eiern geben. Die Grünen fordern Konsequenzen.

Die genaue Dimension des Skandals um Fipronil-Eier in Deutschland ist nach Aussage der Bundesregierung immer noch unklar. Auf Fachebene herrsche zwischen Bund und Ländern mittlerweile "weitgehend Einigkeit darüber, dass man zum jetzigen Zeitpunkt über die Zahlen von betroffenen Eiern keine verlässliche Auskunft geben kann", heißt es in einer Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen. Gestellt hatte sie die Verbraucherpolitikerin Nicole Maisch.

Das Ministerium begründete seine Äußerungen damit, dass die "schnellen und komplexen Warenströme" in der Branche mitunter zu Mehrfacherfassungen führten.

"Starkes Stück"

In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" bezeichnete die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt dies als "starkes Stück". Die Verbraucher erwarteten "inmitten eines Lebensmittelskandals völlig zu Recht schnelle Aufklärung und umfassende Information", sagte sie. Nötig sei eine klare Zuständigkeit des Bundes, sobald es sich um eine länderübergreifende Krise handle.

Diskrepanzen gab es zuletzt vor allem zwischen dem Landwirtschaftsministerium und der Regierung in Niedersachsen. Das Bundesministerium sprach von 10,7 Millionen mit Fipronil belasteten Eiern. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium erklärte hingegen, dass über 35 Millionen möglicherweise belastete Eier allein nach Niedersachsen geliefert worden seien. In seiner jetzigen Antwort erklärte das Agrarministerium dazu , solche Zahlen könnten "nicht verlässlich belegt werden".

Gift in 16 Staaten entdeckt

Der Eier-Skandal ist der größte europäische Lebensmittelskandal seit der Entdeckung von als Rindfleisch deklariertem Pferdefleisch 2013. Millionen Eier wurden aus Supermarktregalen entfernt. Mindestens 16 EU-Staaten sind betroffen.

Seinen Ursprung hat der Skandal in Belgien. Dort wurde offenbar ein für die Nutztierhaltung zugelassenes, rein pflanzliches Desinfektionsmittel mit dem für die Nutztierhaltung verbotenen Fipronil gemischt. Es wurde auch in Ställen in den Niederlanden und in einigen Fällen auch in Deutschland eingesetzt.

Die EU-Agrarminister wollen am Rande ihres bevorstehenden Treffens in Tallinn am 4. und 5. September über Konsequenzen aus dem Skandal sprechen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. August 2017 um 16:30 Uhr.

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