Eine junge Frau steht an einem Fenster | Bildquelle: dpa

AOK-Fehlzeitenreport Immer öfter ist es die Psyche

Stand: 14.09.2017 11:52 Uhr

Arbeitnehmer fallen immer häufiger wegen psychischer Probleme im Job aus. Laut einer AOK-Umfrage stieg die Zahl dieser Krankschreibungen in den vergangenen zehn Jahren um fast 80 Prozent an. Und es dauert in solchen Fällen im Schnitt fast doppelt so lange, bis es den Betroffenen wieder besser geht.

Einer neuen Untersuchung zufolge fallen Arbeitnehmer im Job immer häufiger und auch länger aufgrund psychischer Erkrankungen aus. Die Krankschreibungen wegen psychischer Probleme stiegen in den vergangenen zehn Jahren um 79,3 Prozent an, teilte der AOK-Bundesverband mit. Die dadurch verursachten Ausfallzeiten am Arbeitsplatz liegen im Schnitt bei 25,7 Tagen. Im Schnitt fehlt ein gesetzlich Versicherter 11,7 Tage im Jahr wegen einer Erkrankung.

Für ihren "Fehlzeiten-Report 2017" befragte das Wissenschaftliche Institut der AOK 2000 Beschäftigte zwischen 16 und 65 Jahren. Betroffen waren demnach die Hälfte aller Befragten (52 Prozent). Während die Unterschiede zwischen Männern und Frauen marginal sind, ist der Einfluss des Alters erwartungsgemäß erheblich: So berichtet mehr als ein Drittel der Beschäftigten unter 30 Jahren (38 Prozent) über persönliche Krisen, bei den 50- bis 65-Jährigen sind dies schon fast zwei Drittel (knapp 65 Prozent).

Fehlzeiten wegen Trennung, Trauer oder Mobbing

Wird nach dem schlimmsten Ereignis gefragt, wird am häufigsten über schwere Erkrankungen in der Familie berichtet (14 Prozent), dicht gefolgt von belastenden Konflikten im privaten Umfeld (13 Prozent), Trennung (13 Prozent) oder Tod eines Familienangehörigen (zehn Prozent). Bereits auf Rang fünf steht mit Mobbing oder Streit am Arbeitsplatz eine das Berufsleben betreffende Krise (neun Prozent).

Krankenstand insgesamt unverändert

Insgesamt blieb der Krankenstand bei den 12,5 Millionen AOK-Versicherten 2016 im Vergleich zum Vorjahr mit 5,3 Prozent stabil. Damit fehlte jeder Beschäftigte im Durchschnitt 19,4 Tage aufgrund einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

AOK-Studie: Wie und wie sehr Lebenskrisen im Beruf belasten
Bettina Nutz, ARD Berlin
14.09.2017 14:55 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 14. September 2017 tagesschau24 um 11:30 und 12:30 Uhr jeweils in der "Wirtschaft" sowie NDR Info um 15:20 Uhr.

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