In der Integrativen Kindertagesstätte "Kinderland" waschen sich die ein-bis zweijährigen Mädchen und Jungen die Hände. | Bildquelle: dpa

Kinder unter drei Jahren Es fehlen 300.000 Betreuungsplätze

Stand: 10.02.2018 10:57 Uhr

Für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren fehlen in Deutschland weiterhin 300.000 Plätze. Das geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hervor. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen Ost und West.

In Deutschland fehlen einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln weiterhin fast 300.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Im vergangenen Jahr sei "der Ausbau der Betreuungsinfrastruktur sehr dynamisch vorangeschritten", heißt es in der veröffentlichten Studie. Im März 2017 seien rund 42.000 Kinder unter drei Jahren mehr in Betreuung gewesen als noch im März 2016. "Gleichzeitig ist aufgrund höherer Geburtenzahlen und Zuwanderung allerdings auch die Kinderzahl deutlich gestiegen, sodass die Betreuungslücke nach wie vor bei rund 300.000 Plätzen liegt", erklärte das Institut.

Grafik: Betreuungsituation von Kindern in den Bundesländern
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Betreuungslücke meint diejenigen Kinder, deren Eltern sich einen Betreuungsplatz wünschen, aber nicht bekommen.

Ost-Westgefälle

Dem Institut zufolge gibt es deutliche regionale Unterschiede. "Betrachtet man die einzelnen Bundesländer, findet sich mit 57,0 Prozent die höchste Betreuungsquote für unter Dreijährige in Sachsen-Anhalt und mit 26,3 Prozent die niedrigste Betreuungsquote in Nordrhein-Westfalen", heißt es in der Studie. "Insgesamt ist das Ost-Westgefälle mit 51,3 Prozent in Ostdeutschland (inklusive Berlin) gegenüber 28,8 Prozent in Westdeutschland nach wie vor sehr groß."

Ebenfalls große Unterschiede gibt es zwischen den Altersgruppen. Während von den Ein- bis Zweijährigen 36,6 Prozent in einer Einrichtung betreut werden, sind es bei den Zwei- bis Dreijährigen mit einer Quote von 62,0 Prozent fast doppelt so viele. Hingegen sei eine Betreuung von unter Einjährigen mit einem Anteil von 2,2 Prozent nach wie vor sehr selten, so die Autoren der Studie.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. Februar 2018 um 08:44 Uhr.

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