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Düster beginnt das neue Jahr für die FDP. Dem jüngsten ARD-DeutschlandTrend zufolge liegen die Umfragewerte mit zwei Prozent im Keller. Der Ruf nach "Wiederauferstehung" und "Neuanfang" hallt schon vor dem Dreikönigstreffen aus Stuttgart. Doch ob Parteichef Rösler das "liefert", was die Liberalen erwarten?
Von Jochen Zierhut, WDR, ARD-Hauptstadtstudio
[Bildunterschrift: Kennt zwei Organisationen, die Erfahrungen mit der Wiederauferstehung haben: FDP-Vizechefin Homburger ]
Immer im Kreis herum. Im Dreivierteltakt wiegt sich Birgit Homburger beim traditionellen Dreikönigsball am Vorabend so ausgelassen als wolle sich die Vizeparteichefin die miesen zwei Prozent in den neuesten Umfragen schöntanzen.
Schönreden ist Tradition bei Dreikönig, Homburger demonstrierte zuvor eine ganz eigene Art des Selbstbewusstseins: "Es gibt zwei Organisationen, die Erfahrung mit der Wiederauferstehung haben: die katholische Kirche und die FDP."
Glauben reicht diesmal nicht. Heute soll sich Philipp Rösler nach inhaltlich sieben mageren Monaten als FDP-Chef endlich als Heilsbringer erweisen, irdisch ausgedrückt : soll "liefern". Das wird mehr sein müssen als beim Parteitag im November, als Rösler offenbar zermürbt von Kritik recht defensiv klang: "Schluss mit der Trauer, Schluss mit den Tränen meine sehr verehrten Damen und Herren. Es ist Zeit, die Taschentücher wegzustecken."
Jetzt aber wieder Dreikönigsoptimismus. Den hat jedoch der künftige Generalsekretär Patrick Döring schon im Vorfeld deutlich getrübt - und das nach dem Schock des plötzlichen Rücktritts von Generalsekretär Christian Lindner vor Weihnachten. In einem Interview soll Döring über Rösler gesagt haben, der Parteichef sei kein Kämpfer, sondern eher ein "Weg-Moderierer".
Döring fühlt sich missverstanden und versucht auf dem Parteitag der Südwest-FDP Schadensbegrenzung: "Ich persönlich hätte mir nicht vorstellen können, dass man mich so sehr missversteht, dass ein über dreistündiges Gespräch aus meiner Sicht in hohem Maße tendenziös gegen Philipp Rösler und mich gewendet, den Weg in ein großes deutsches Magazin findet."
Nein, das Verhältnis sei nicht belastet, sagt Döring, man gehe geschlossen ins neue Jahr. Kein Problem, eher so was wie ein Anfängerfehler, heißt es in Röslers Umgebung.
Der Parteichef und Döring sitzen denn auch demonstrativ gut gelaunt beim Dinner nebeneinander. Alle warten nun gespannt auf die knapp einstündige Rede des Vorsitzenden Rösler. Entwicklungsminister Dirk Niebel hat so seine Vorstellungen wo es hingehen sollte: "Ohne die FDP ist die soziale Marktwirtschaft schwächer als mit der FDP. Ohne die FDP gibt es weniger bürgerliche Freiheitsrechte und mehr Staat. Ohne die FDP gibt es weniger Chancen, sein Leben eigenbestimmt gestalten zu können. All das sind Punkte, für die wir 2009 gewählt worden sind, die wir umsetzen wollen."
Aus dem Umfeld Röslers ist nur zu hören, dass es unter anderem um Wachstum, soziale Marktwirtschaft und Bürgerrechte gehen soll. Das Wort Steuersenkung soll nicht fallen. Einer wird heute nicht reden - Fraktionschef Rainer Brüderle. Vielleicht würde der Rösler die Schau stehlen?
Brüderle tobte sich am Vortag beim Parteitag der Südwest-FDP umjubelt aus. Die alte Botschaft an die junge Garde in der Parteiführung lautete: die Liberalen als Schutzmacht des Mittelstands. Brüderle sagte: "Man muss den inneren Kompass beibehalten und darf nicht, wenn der Wind ins Gesicht weht, ins Wedeln selbst hineinkommen und schwanken wie Schilfrohre. Deshalb: Fürchtet Euch nicht! Wir liegen auf dem richtigen Kurs dabei. Den müssen wir nur glaubwürdig vertreten. Das ist die Aufgabe."
Das mit dem Schilfrohr im Wind ist so ein Seitenhieb auf Philipp Rösler. Der sagt gerne, um seine Standhaftigkeit zu demonstrieren: "Der Bambus biegt sich im Wind, bricht aber nicht." Das wird nur dann gelten, wenn die FDP in Schleswig-Holstein im Mai nicht eine weitere Wahl verliert.
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